Mangelnde Kooperationen von Dienstleistern und Versicherern belasten Schadenmanagement

Zum 20. Geburtstag der Fachtagung Innovatives Schadenmanagement hatte der Veranstalter MCC-Kongress in das Kölner Schokoladenmuseum geladen, Norbert Rollinger, CEO der R+V Versicherung hielt die Laudatio. Quelle: Alexander Kaspar

Wie gut läuft die Zusammenarbeit von Versicherungsunternehmen und Dienstleitern, wo gibts Probleme und welche Lösungen sind möglich? Fragen wie diese standen am zweiten Tag des Versicherungskongress Innovatives Schadenmanagement auf dem Programm. Dabei wurde kein Blatt vor den Mund genommen und ganz tief in die Problematik eingetaucht.

Zusammengefasst lautet der Appell an die Branche: Mehr partnerschaftliches Handeln, möglichst frühe, gemeinsame Gestaltung, Überwindung bestehende Medienbrüche um schließlich gemeinsame Standards zu implementieren. Als Problem besteht allerdings weiterhin: Veraltete Systeme, die mit neuen Modellen „aufgebohrt“ werden und als Provisorium letztlich die Profitabilität belasten.

Martin Schachtschneider, Head of Business Development beim amerikanischen Schadensanierer Belfor legte zum Auftakt des zweiten Tages des MCC-Kongress Innovatives Schadenmanagement für die Dienstleistungsbranche den Finger in die Wunde: Im Gegensatz zu anderen europäischen Märkten, die sich offene für neue Lösungen zeigen, präsentiert sich die Branche hierzulande wenig innovativ. Drohnenüberflüge bei Großschäden und Fotoverarbeitung bei Kleinschäden z.B. seien mittlerweile Allgemeingut, so der Sanierer in seinem Vortrag.

Kritisiert wurde auch, dass zwar alle Welt den Kunden in den Fokus stellen wolle – man kann es auch als „Schraubstock“ sehen, so Schachtschneider in einer Zuspitzung –  doch im Schadenfall habe dieser im Ernstfall mit zahlreichen Protagonisten zu tun: Versicherer, Dienstleister, Gutachter und Gegen-Gutachter bis hin zu Anwälten. Die Abgrenzung der Parteien sei jedoch legitim, wie Schachtschneider zugestand, doch mehr Kooperation der Beteiligten mit einem neu definierten Rollenverständnis sei notwendig. 

Dienstleistungsservice kostet Geld, darüber waren sich alle Beteiligten einig, doch wer die Kosten für die Innovationen tragen soll bleibt weiter offen. Zudem fordern die Dienstleister andere Preise, zumal die Rahmenverträge noch aus dem letzten Jahrzehnt stammen. Auch beim Thema Transparenz gibt es noch viel zu tun, wie zahlreiche weitere Referenten konzedierten. Über die Transparenz im Schadenmanagement diskutierten auf dem Podium Edgar Martin, Kompositvorstand bei der R+V Versicherung, Martin Schachtschneider und Jörg Janello von der Axa Konzern AG. Hier das Video:

YouTube-Link Wie steht es um die Transparenz im Schadenmanagement?:

Zuvor hatte Edgar Martin ebenfalls die Frage aufgeworfen, wie stimmen wir uns ab? Es scheint also noch Koordinationsbedarf zwischen den Branchenpartner zu geben. Fakten hat die R+V an einer anderen Front geschaffen. Wachstum durch Wandel lautet die Losung derzeit bei der R+V. „Wollen wir Umsatz machen oder den Ertrag steigern?“, fragte Martin und gab Antwort gleich selbst: „Wie die Quadratur des Kreises geht wissen wir nicht, aber wir wissen wie Wachstum geht, so die smarte Antwort des Managers. Hier das Video:

Ganz tief in die technisch-fachlichen Fragen der Digitalisierung stiegen Björn Hinrichs von der Bertelsmann-Tochter Arvato und Christian Brüseke, Sales Director bei der Softwarefirma Celonis aus München. „IT – Soviel wie nötig oder soviel wie möglich?“ lautete ihre Aufgabenstellung. Die Antwort gaben beide im Rahmen einer Diskussionsrunde, hier im  Videoausschnitt:

YouTube-Link K I& IT in der Praxis des Schadenmanagements: https://youtu.be/twptSCxYzKg

Peter Philipp, Direktor Hauptabteilung Haftpflicht-/Unfall-/Sachschaden bei der SV SparkassenVersicherung, stellvertretender Vorsitzender der Kommission Sach-Schaden beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und seines Zeichens seit 14 Jahren Moderator der Veranstaltung, fasste den inhaltlichen Rahmen des Innovativen Schadengipfels 2019 wie folgt zusammen:

Den fulminanten Abschluss der Konferenz lieferte, quasi als Stargast, Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztip, mit seinem Vortrag zum Thema: Wie soll der Versicherungsschutz sein? – Einfach, verständlich, gut und preiswert!

Der zweite Teil von Tenhagens Vortrag im Video.

Autor: Alexander Kaspar

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