Über Schach, Künstliche Intelligenz und den Versichererversteher Garri Kasparow

Kaum jemand hat das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) so hautnah erlebt wie Garri Kasparow. Das Schachgenie verlor 1996 gegen das Schachprogramm Deep Blue und futsch war der Nimbus des unbesiegbaren Genies. Doch statt Gegner ist Kasparow Bewunderer der Computerschläue geworden. Er spricht den Versicherern Mut zu.

Kasparow sorgt sich darum, dass die Menschen das Potenzial der KI wegen ihrer Ängste nicht ausnutzen. Bei der Nutzung der Möglichkeiten wären die Menschen nicht ambitioniert genug sind, meldet das Handelsblatt. Die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz werden auch auf der Tagung Cyberversicherung am 2. Oktober 2019 Thema sein, der Veranstalter ist der Fachkreis Versicherungsrecht.

Für den Schachgroßmeister überwiegen die Vorteile der KI. Einen massenhaften Jobverlust sieht er nur, wenn „die Automatisierung von Jobs schneller verläuft als die Schaffung neuer Arbeitsplätze, weil wir so langsam vorangehen“. Das könnte auch von Bäte oder Rieß kommen.

„Warum ist es eine Gefahr, wenn stupide Routinetätigkeiten millionenfach von Maschinen übernommen werden?“, fragt Kasparow. Was mit den Menschen geschieht, die diese „stupiden Routinetätigkeiten“ ausfüllen, weil sie es wollen oder für andere Jobs nicht geeignet sind, erklärt wieder niemand.

Alle pro KI

Den Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat Kasparow ebenso wie Microsoft auf seiner Seite. „Unsere Industrie respektiert Innovationen, keine Traditionen“, erklärte einst Microsoft-Chef Satya Nadella.

Die Versicherer sind längst auf den KI-Bandwagon aufgesprungen und bis in die Lok geklettert. Dafür gibt es Lob. „Die Branche steht besser da, als viele schreiben und der digitale Entwicklungsstand steigt“, glaubt Johannes-Tobias Lorenz von McKinsey Company.

Ein positives Beispiel von vielen ist die Ergo, die die Digitalisierung „Ende zu Ende machen möchte“. Die Idee von Chief Digital Officer (CDO) Mark Klein ist, dass „Mensch und KI miteinander verbunden sind und davon profitieren“, wie er gegenüber VWheute erklärte.

„Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Verantwortung beim Menschen verbleibt und sich die Vorgänge auch noch durchschauen lassen“, erklärt Kasparow und liegt da auf einer Wellenlänge mit Klein, der die KI nur das machen lassen möchte, „was der Kunde wünscht“.

Laut Kasparow werde KI überall dort eingesetzt, wo sie bessere Ergebnisse erziele wie ein Mensch. Das sieht auch Klein so, der KI als „Schlüsseltechnologie“ bezeichnet.

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