Versicherungsmakler misstrauen Run-Off-Anbietern

Oliver Drewes. Quelle: Maxpool

Der Run-Off von Versicherungsbeständen ist in der Branche nicht unumstritten. So halten drei Viertel der Versicherungsmakler entsprechende Run-Off-Anbieter für weniger leistungsfähig als aktiv gemanagte Lebensversicherer. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage von Maxpool hervor.

Quelle: Maxpool

Die Gründe für die ablehnende Haltung: Entsprechende Abwicklungsplattformen stehen in keinem Wettbewerb zu anderen Anbietern und sie benötigen naturgemäß eine eigene Kapitalrendite zulasten des Bestandes. Zudem ist von einem geringeren Kundenservice auszugehen. Allerdings raten die Makler laut Umfrage nicht pauschal zu einem Anbieterwechsel. So raten 96 Prozent der Befragten, eine Kündigung sehr genau zu prüfen und solange erstmal am Run-Off teilzunehmen.

Sollte die Forderung der Maklerverbände AfW und BdV durchsetzen, dass Versicherte bei einem Run-Off über den vollen Vertragswert verfügen – anstelle des reduzierten Rückkaufswertes – würden 54 Prozent der Befragten pauschal zu einem Anbieterwechsel oder zu einer Vertragskündigung raten. 29 Prozent würden trotzdem nochmal genau prüfen wollen und 17 Prozent raten pauschal zu einem Verbleib in der Abwicklungsplattform. Zudem gab knapp die Hälfte der befragten Versicherungsmakler (47 Prozent) an, dass eine Beratung hinsichtlich eines etwaigen Anbieterwechsels kostenfrei erfolgen sollte.

Quelle: Maxpool

“75 Prozent der Makler und damit die deutliche Mehrheit der wirklichen Branchenkenner meinen also, dass die Run-Off-Anbieter in jedem Fall schlechter Performen werden. Diese Einschätzung ist deckungsgleich mit der Bewertung der relevanten Verbände und auch mit der Sichtweise von Maxpool und meiner persönlichen Sicht”, kommentiert Geschäftsführer Oliver Drewes.

“Versicherungsmakler/innen sind die Interessensvertreter des Kunden. Ich halte es für löblich, dass immerhin die Hälfte der Makler in dieser Ausnahmesituation ihre Kunden kostenfrei beraten würde, vermutlich denkt die andere Hälfte mehrheitlich ebenfalls nur an eine gewisse Aufwandsentschädigung und nicht an große Vergütungen. Die Branche hat ein gemeinsame Interesse daran, die Altersversorgung der Menschen zu sichern”, ergänzt Drewes.

Autor: VW-Redaktion