Generali wirbt Führungskräfte von Axa und Allianz ab
Im Bild: Generali-Zugänge Stefan Weih und Dorthea Bachem. Bildquelle: Generali
Die deutsche Generali-Tochter öffnet ihr Personalbudget für zwei externe Branchenexperten. Einmal sichert sich das Unternehmen die Dienste der Axa-Managerin Dorothea Bachem. Spätestens zum Jahreswechsel übernimmt die 37-Jährige den Job als Chief Insurance Officer Health im Vorstand der Generali Deutschland Krankenversicherung AG sowie als Vorstandsvorsitzende der Envivas Krankenversicherung. An anderer Stelle baut der Versicherer den Bereich Data Analytics und Künstliche Intelligenz aus. Personell bedient sich Generali hier bei der Allianz.
Bachem ist seit 2017 in der Assekuranz tätig. Sie startete ihre Branchenlaufbahn als Vorstandsassistentin bei der Axa. Dort arbeitete sie zwei Jahre lang unter dem ehemaligen CEO Alexander Vollert. Nach verschiedenen Leitungsaufgaben übernahm Bachem 2022 den Posten als Bereichsleiterin für das gesamte operative Leistungsmanagement der Axa Konzern AG. Dort führt die 37-Jährige unter anderem die Weiterentwicklung von Prozessoptimierung und -automatisierung unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zudem arbeitet Bachem als Geschäftsführerin der Axa Logistik & Service GmbH.
Bei der Generali ist die junge Top-Managerin in Zukunft für den Bereich Krankenversicherung der Generali Deutschland mit Schwerpunkt Krankenvoll- und Zusatzversicherungsgeschäft. Im Fokus stehen der Ausbau der Gesundheitsvorsorgeangebote, die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung von Servicequalität, Kundenerlebnis und Effizienz, heißt es in einer Mitteilung. Sie tritt ihre neue Stelle spätestens zum zum 1. Januar 2027 an.
Bachem folgt auf Neven Rebic (44), der die Position bislang zusätzlich zu seinen Aufgaben als Chief Insurance Officer Life in den Vorständen von CosmosDirekt und Dialog Lebensversicherung wahrgenommen hat. Er wird sich künftig auf das Geschäft mit privater sowie betrieblicher Altersvorsorge in den Vorständen von CosmosDirekt und Dialog konzentrieren. Bachem und Rebic berichten an Uli Rothaufe, Chief Insurance Officer Life & Health der Generali Deutschland AG.
Bei einem Investorentreffen in München nter dem Titel „Exploring Generali – Deep Dive on Germany“ lieferte die Generali vergangene Woche detaillerte Einblicke in die strategische Ausrichtung für den deutschen Markt. Generali Deutschland strebt in mehreren Schritten eine Senkung der Cost-Income-Ratio von 57 Prozent im Jahr 2024 über 56 Prozent im Jahr 2025 auf 52 Prozent im Jahr 2027 an. Dass diese Transformation zu Produktivitätsgewinnen führen soll, zeigen die Kennzahlen für 2025: Die Anzahl der verwalteten Verträge pro Mitarbeiter stieg um 4 Prozent, die der bearbeiteten Schadenfälle pro Mitarbeiter um 13 Prozent. Insgesamt investiert das Unternehmen zwischen 2025 und 2027 rund 198 Millionen Euro in Kern-Transformationsinitiativen. Flankiert wird dies von einer umfassenden künstlichen Intelligenz- und Datenoffensive. Bis 2027 rechnet das Management mit einem jährlichen operativen ergebniswirksamen Beitrag (Run Rate) aus KI- und GenAI-Anwendungen von rund 100 Millionen Euro.
Vor diesem Hintergrund übernimmt zum 15. Juli Dr. Stefan Weih (43) die Leitung des Bereichs AI, Digitalization & Process Mining. Auch er ist eine externe Verstärkung. Weih war zuletzt bei Allianz Partners tätig. Dort arbeitete er als Head of Operations Digital Transformation und dort unter anderem für digitale Transformation zuständig. Insgesamt verbrachte der ehemalige Roland-Berger-Berater rund 13 Jahre bei der Allianz.
Bei der Generali steht der Experte vor der Aufgabe, den Ausbau der Daten-, Analytics- und KI-Kompetenzen der Generali Deutschland vorantreiben. Er berichtet an Lars Rogge, Chief Operating Officer der Generali Deutschland AG.
Autor: Michael Stanczyk
