VIG leitet Squeeze-out bei Nürnberger Beteiligungs-AG ein
Konzernsitz der Nürnberger. Bildquelle: Nürnberger
Der österreichische Versicherungskonzern VIG will die verbleibenden Kleinaktionäre der Nürnberger Beteiligungs-AG per Squeeze-out aus dem Unternehmen holen. Geplant ist die Übertragung der Aktien aller Minderheitsaktionäre auf die VIG. In einer Mitteilung ist von einer „angemessenen Barabfindung“ die Rede. Konkrete Zahlen werden nicht genannt.
Die rechtlichen Voraussetzungen für das Verfahren sind formal erfüllt: Die Vienna Insurance Group hält – sowohl direkt als auch über Zurechnungen – bereits mehr als 99 Prozent des Grundkapitals der Nürnberger Beteiligungs-AG. Damit überschreitet der Wiener Konzern die gesetzlich geforderte Schwelle von 95 Prozent für einen aktienrechtlichen Squeeze-out (§ 327a AktG) deutlich.
Mit diesem Schritt wollen Unternehmen meist den enormen bürokratischen Aufwand reduzieren, den Minderheitsaktionäre mit sich bringen, und sich gleichzeitig gegen rechtliche Störfeuer wie Anfechtungsklagen absichern. Den Österreichern gehören nur 0,8 Prozent der Anteile noch nicht.
Wie viel Geld die Kleinaktionäre für ihre Papiere erhalten werden, steht aktuell noch nicht fest. Die Höhe der „angemessenen Barabfindung“ werde laut VIG-Angaben zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt und bekannt gegeben.
Damit der Squeeze-out rechtskräftig wird, muss zunächst die Hauptversammlung der Nürnberger Beteiligungs-AG dem Vorhaben zustimmen. Wirksam wird der Ausschluss der Minderheitsaktionäre schließlich mit der Eintragung des Beschlusses in das Handelsregister.
Autor: VW-Redaktion
