Nexible stampft Kfz-Geschäft ein

Sitz der Ergo in Düsseldorf. Quelle: Ergo

Ergo-Konzerntochter Nexible will künftig kein Neugeschäft mehr in der Kfz-Versicherung zeichnen. Die erzielten Erträge haben die Erwartungen nicht erfüllt. Vor fünf Jahren war das Unternehmen mit Kfz-Policen an den Start gegangen. Der Fokus des Digitalversicherers soll künftig auf Reise- und Zusatzpolicen im Gesundheitssektor liegen.

„Das Kfz-Geschäft hat unsere Ertragserwartung nicht erfüllt“, wird Ergo-Digitalvorstand Mark Klein im Versicherungsmonitor zitiert. Für die Bestandskunden soll allerdings erst einmal alles beim alten bleiben: „Sollte sich da etwas ändern, würden die Kunden frühzeitig informiert“, so Klein weiter. Dabei habe das Aus laut Klein rein wirtschaftliche Gründe. „Wenn man in einem reinen Online-Markt unterwegs ist, ist das ökonomisch sehr herausfordernd“, konstatiert der Ergo-Vorstand.

„Dass wir uns mit Nexible aus dem Onlinekraftfahrtmarkt zurückziehen, ist eine bewusste, unternehmerische Entscheidung, die wir nach intensiven Analysen in den vergangenen Monaten getroffen haben. Das Kfz-Geschäft hat unsere mittel- bis langfristige Ertragserwartung nicht erfüllt. Wir werden unser Nexible-Angebot deshalb künftig stärker auf die digital-affinen Zielgruppen im Reise- und Gesundheitsversicherungsmarkt fokussieren. Hier sehen wir deutlich profitablere Marktsegmente, die wir uns erschließen möchten und in denen wir langfristig wachsen wollen“, ergänzt eine Ergo-Sprecherin gegenüber VWheute.

Nexible habe laut Bericht zwar die Schaden- und Kostenquote zuletzt deutlich verbessert, liege aber weiter bei mehr als 100 Prozent. Konkrete Zahlen zum Vertragsbestand habe Klein allerdings nicht nennen wollen. Allerdings habe auch die Pandemie ihre Spuren in den Bilanzen hinterlassen. Demnach seien die Beiträge im Neugeschäft laut Bericht allein 2021 von 17,3 Mio. Euro auf 13,1 Mio. Euro zurückgegangen.

Künftig wolle sich Nexible vor allem auf das Reisegeschäft konzentrieren. „Wir wollen zeitnah international expandieren, vor allem in den Märkten, in denen die Ergo Reiseversicherung aktiv ist“, wird Klein zitiert. Ein Risiko sei aber immer noch die unsichere Corona-Lage: „Wir müssen natürlich schauen, wie sich Corona entwickelt“.

„Unsere modulare Jahresreiseversicherung ist genau auf die Bedürfnisse unserer zumeist jüngeren Zielgruppe zugeschnitten, hat viele innovative Elemente (wie z. B. die Selbstbehaltsversicherung für Mietwagen und Wohnmobile) und wird bereits erfolgreich in Deutschland und Österreich verkauft. Mit diesem maßgeschneiderten Angebot für digital-affine Zielgruppen reagieren wir auf das gestiegene Risikobewusstsein für Reise- und Gesundheitsschutz seit der Corona-Pandemie sowie den fortgesetzten Trend nach individuellen Online-Reisebuchungen. In den kommenden Jahren wollen wir in diesem Marktsegment weiterwachsen und unser Angebot auch international ausrollen“, heißt es bei der Ergo weiter.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Das war zu erwarten. Handwerklich schlecht vorbereitet war das Ende bereits 2017 vorhersehbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

vierzehn + 13 =