Talanx muss wegen Ukraine-Krieg Abschreibungen vornehmen

Talanx-Vorstand Jan Wicke beziffert die vorläufigen Schäden aus dem Ukraine-Krieg. (Bildquelle: Talanx/Daniel Möller)

Russland droht die Staatspleite und es war nur eine Frage der Zeit bis die ersten Versicherer hierzulande die Probleme am Anleihemarkt langsam auch in ihren Büchern zu spüren bekommen. Talanx-Finanzvorstand Jan Wicke: „Unser Engagement in russischen Staatsanleihen und Anleihen von russischen Unternehmen beläuft sich auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag.“

Dem Versicherungskonzern Talanx drohen wegen des Kriegs in der Ukraine im ersten Quartal Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe – vor allem wegen der Anleihen. „Hier ergibt sich Wertminderungsbedarf, wobei noch offen ist, wie viel davon sofort gewinnwirksam ist und wie viel sich vorläufig nur in einer Reduktion des Eigenkapitals widerspiegeln wird“, heißt es von Wicke in der Börsen-Zeitung.

Russland hat Anfang April erstmals Zahlungen für zwei Fremdwährungsanleihen nicht in Dollar, sondern in Rubel geleistet. Wenn das Land in 30 Tagen die Überweisung nicht in Dollar tätigt, droht ein formaler Zahlungsausfall und damit auch hohe Abschreibungen für alle Unternehmen, die noch russische Anleihen besitzen – darunter befindet sich auch die Allianz. Die Investmentbank Berenberg hatte in der vergangenen Woche geschrieben, dem Branchenriesen Allianz drohten deshalb Abschreibungen von rund 300 Mio. Euro, VWheute berichtete. Ein Insider sagte der Börsen-Zeitung, diese Größenordnung sei richtig. Die Allianz wollte sich dazu nicht äußern. Auch die Münchener Rück wollte die drohenden Verluste nicht beziffern.

Die Talanx hatte eigentlich noch Glück bei den Schäden. Die russische Lebensversicherungstochter Civ Life war Ende Dezember an die Sovcombank verkauft worden. „Und das Geld ist am 16. Februar geflossen“, wird Wicke in der Börsen-Zeitung zitiert.

Autor: VW-Redaktion

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