PKV: Keine Entlastung in der Vollversicherung

Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der SDK und Präsident des PKV-Verbandes. Quelle: SDK

Die privaten Krankenversicherer geben sich auch bei der Bilanz für 2021 weiter selbstbewusst: So hätten sich nach Angaben des PKV-Verbandes im letzten Jahr rund 145.700 Personen für einen Wechsel aus der GKV in eine private Krankenversicherung entschieden. Gleichzeitig wechselten 123.200 Personen in die GKV. Keine Trendwende gibt es hingegen in der Vollversicherung.

Die Zahl der Vollversicherten in der PKV belief sich Verbandsangaben zufolge (insbesondere nach Abzug der Sterbefälle) 2021 auf 8,7 Millionen, ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Die Zahl der privaten Zusatzversicherungen stieg hingegen im Jahr 2021 auf rund 28,4 Millionen Policen.

Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2021 um fünf Prozent auf 45,0 Mrd. Euro. Davon entfallen 40,5 Mrd. Euro (plus 4,7 Prozent) auf die Krankenversicherung sowie 4,5 Mrd. Euro (plus 7,3 Prozent) auf die private Pflegeversicherung (PPV). Die Versicherungsleistungen stiegen 2021 um 2,0 Prozent auf 31,4 Mrd. Euro. Auf die Krankenversicherung entfallen davon 29,3 Mrd. Euro, auf die Pflegeversicherung 2,1 Mrd. Euro.

Einen deutlichen Boom erlebte 2021 die betrieblichen Krankenversicherungen: 17.500 Unternehmen in Deutschland bieten nach Angaben des PKV-Verbandes ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber gezahlte betriebliche Krankenversicherung (bKV). Das entspricht einem Wachstum von 34 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 (13.100 Betriebe). Die Zahl der Beschäftigten, die von einer bKV profitieren, stieg sogar um 56 Prozent von 1,02 Millionen (2020) auf 1,59 Millionen Personen (2021).

Dennoch dürften die PKV-Beiträge auch in diesem Jahr weiter steigen. Davon dürfte „rund ein Viertel“ der Privatversicherten betroffen sein, schrieb der PKV-Verband offen im November 2021. Allein sind die Privaten mit dem Problem des Kostenanstiegs nicht. Das Muster der Kostenanpassung lässt 2022 den PKV-Zahlbetrag vieler Versicherten steigen. Die Beiträge zur Krankenversicherung steigen grundsätzlich, weil sich die Behandlungskosten im Gesundheitssystem „laufend erhöhen“.

Allein ist die PKV mit dem Problem nicht. Die langfristige Beitragsentwicklung in der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung zeige, dass beide „sehr nah“ beieinander liegen. Zwischen 2012 und 2022 lagen die Beitragseinnahmen in der PKV je Versicherten  laut einer Untersuchung bei durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr. In der GKV liegt der Wert bei 3,3 Prozent. Steigen die Kosten, ist eine Anpassung gesetzlich vorgeschrieben.

Autor: VW-Redaktion

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