AGV: Verdi-Forderung von fünf Prozent ist deutlich zu hoch

Verhandlungen zwischen AGV und Verdi. Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband AGV und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist wie erwartet ohne konkretes Ergebnis geendet. Dabei wies der Verband die Gehaltsforderungen der Gewerkschaft als zu hoch zurück. Die Verdi-Forderung spiegele nicht die Rahmenbedingungen wider, in der sich die Branche befinde, betonte AGV-Verhandlungsführer Andreas Eurich.

Vielmehr plädiert die AGV-Verhandlungskommission für einen moderaten Tarifabschluss. Die Branche leide insgesamt an der aktuellen Preisentwicklung und könne diese nicht auf die Versichertengemeinschaft einfach umlegen. Hinzu kämen erhebliche Schäden durch die Corona-Krise sowie Naturereignisse. Auch sei das politische Umfeld gegenwärtig mehr als unsicher, sodass im Sinne der Sicherstellung einer nachhaltigen Beschäftigung in der Branche ein moderater Tarifabschluss angestrebt werden müsse, so der Verband.

Allerdings wurde mittels Tarifvereinbarung der zum 31. Januar 2022 auslaufende Tarifvertrag zum Übernahmeanspruch von Ausgebildeten mit guten Leistungen prophylaktisch bis zum 30. Juni 2022 verlängert, damit auch während der Tarifrunde diese Tarifregelung weitergilt. Ob die Tarifvereinbarung über diesen Zeitpunkt hinaus vereinbart werden kann, hängt vom Verlauf der weiteren Tarifhandlungen ab, teilt der Verband mit. Zudem wurde der Tarifvertrag zur Kurzarbeit während der COVID-19-Krise bis einschließlich 31. März 2023 verlängert.

Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte im Vorfeld der Tarifverhandlungen eine Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent und eine Einmalzahlung von 600 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Zudem soll es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben. Darüber hinaus fordert ver.di eine bessere Überstundenvergütung von Teilzeitkräften und eine Verlängerung der auslaufenden Tarifvereinbarung zur Übernahme von Auszubildenden. Außerdem soll der ebenfalls zum Ende des Jahres auslaufende Tarifvertrag zur Qualifizierung nicht nur verlängert, sondern auch verbessert werden, heißt es bei ver.di weiter.

Die Verhandlungen werden am 23. Februar 2022 in Hannover fortgesetzt.

Autor: VW-Redaktion

2 Kommentare

  • Ich hätte gerne 25% mehr. Das könnte meine 40% Heiz und Warmwasserkostenerhöhung ein wenig ausgleichen. Böse Zungen behaupten Deutschland sei ein Irrenhaus. Ich halte sofort dagegen und sage: wir leben im besten Deutschland aller Zeiten. Dann wenden sich die Menschen kopfschüttelnd ab und wollen. Nicht einmal mehr den warmen Herzen angepriesenen Bausparvertrag für 10 Euro. Manchmal glaube ich ich mache etwas verkehrt.

  • Manchmal frage ich mich, ob die Herren Verantwortliche komplett den Bezug zur Realität verloren haben. Jetzt auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung vermeintlich die Lohn Preis Spirale zu stoppen, finde ich geradezu perfide. Vor allem wenn man bedenkt, dass Null- und Negativzinsen sowie stark steigende Gebühren die Konten und Lebensversicherungen extrem belasten.

    Wenn der AGV-Verhandlungsführer Andreas Eurich Nachhilfe benötigt und tatsächlich einfach keine Ahnung von negativem Realzins und Makroökonomie hat, kann er sich hervorragend bei Hanns Werner Sinn aufschlauen lassen oder sich mit Frau Lagarde gegenseitig die Taschen voll machen, dass die Inflation vorübergehend ist.

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