Signal Iduna kassiert Vermittlerschelte

Hamburger Hauptverwaltung der Signal Iduna. Quelle: Signal Iduna

Im exklusiven Gastbeitrag für VWheute schrieb CEO Ulrich Leitermann letzten Freitag über den Wandel bei der Signal Iduna und die Pläne für die Zukunft. Die Transformation müsse weiter beschleunigt werden, so der Topmanager. Die Corona-Krise habe wie kein anderes Ereignis zuvor für einen Digitalisierungsschub in der Gesellschaft gesorgt. Die Reaktionen auf den Beitrag überraschten. Anonyme Vermittler sind mit dem kommunizierten Bild alles andere als einverstanden.

„Bei Signal Iduna haben wir 2018 das Transformationsprogramm Vision 2023 gestartet. Mehr als tausend Mitarbeitende arbeiten nach agilen Methoden. Grundsätzlich geht es darum, als Unternehmen flexibler, antizipativer und schneller auf die Veränderungen im Markt und bei Kundenwünschen zu reagieren“, schreibt Leitermann. „Der Knackpunkt dabei ist, dass man sich als Organisation von den klassischen Strukturen löst, die meist prozess- oder projektorientiert sind.“

Ein Vermittler zeigt sich überrascht, wie „zukunftsorientiert man sich hier gibt“. Die Pläne würden nicht zu dem passen, was man regelmäßig erlebe. Dann nennt er konkrete Beispiele:

„E-Mails werden bestenfalls nach Wochen und etlichen Erinnerungen erledigt. Nur, weil man gendert ist man ein noch kein fortschrittliches Unternehmen. Damit spricht man im besten Fall 25 Prozent der Kunden (links-grün) an. Der Rest ist davon eher genervt. Würde mir mehr wünschen, dass man als Makler bei seinen Aufgaben für den Kunden unterstützt wird.“

Ein anderer Signal-Iduna-Mitarbeiter zeigt gegenüber VWheute weitere Schattenseiten. „Unklare Zuständigkeiten, überforderte Mitarbeiter, viele Kündigungen in den letzten Jahren. Viele, die Verantwortung aufgeben, wegen der Belastung. Einschränkung der monetären Entwicklung bei den Mitarbeitern, auch das ist bei Signal Iduna/Deutscher Ring derzeit.“

Die auf der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu abgebildeten Informationen bestätigen dieses Bild teilweise. Nur 63 Prozent bewerten etwa das Gehalt als gut oder sehr gut. 72 Prozent würden den Arbeitgeber Signal Iduna weiterempfehlen. Der Gesamtscore liegt aber bei soliden 3,5.

Viel in Arbeit

Seit dem Jahreswechsel ist die Signal Iduna mit einem zusätzlichen, nachhaltig ausgerichteten Lebensversicherer am Markt. Der Versicherer sieht beim Thema Nachhaltigkeit auf absehbare Zeit einen großen Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. „Wir wollen unseren aktiven Beitrag leisten“, sagt Leitermann.

Der CEO selbst sorgte zuletzt mit seinem neuen Profil auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn für größeres Aufsehen. Prominente Manager wie Tim Höttges oder Frank Thelen beglückwünschten diesen Schritt des einflussreichen Versicherungschefs. Leitermann schreibt seine Nachrichten teilweise selbst.

In einer Nachricht gab er an, dass man gerade dabei sei, wesentliche Teile des Unternehmens in agile Arbeitsformen zu transformieren. „Hierzu braucht es echten Change gerade auch der Führungsmannschaft, das gilt selbstverständlich auch für mich persönlich.“

Autor: Michael Stanczyk

7 Kommentare

  • Die Enwicklung von Signal Iduna/Deutscher Ring am Deutschen und zukünftig am Internationalen Versicherungsmarkt finde ich Top.

  • …dieser Moment, wenn die laute Minderheit mehr Gehör bekommt, als sie verdient.

  • Das mit der lauten Minderheit ist anscheinend modern 😉

  • Ich warte seit 4 Wochen auf meine Bescheinigung das ich als aussendienst für die signal iduna 10 Jahre tätig war. Noch nicht einmal eine Mail sorry bitte noch warten. Telefonisch katastrophal. Antwort, „ich weiß nicht an wen ich mich mit ihrem Anliegen wenden muss.“
    Traurig. Werde meine Verträge auch dort weg holen. Scheiss auf die Verluste. Kein Vertrauen mehr. Bekommen dein Geld, und bei Fragen ist keiner zuständig oder gar Unwissenheit. Traurig.

  • Bin von der Signal Iduna total Entäuscht, für eine Kündigungsbestätigung werden 5 Wochen benötigt. Auf die geforderte Bestätigung der Kündigung per Email warte ich schon 2 Monate……

  • Mitarbeiter & Kunde

    Das ist wirklich traurig so etwas zu lesen. Ich empfand und empfinde die Signal Iduna als ein tolles Unternehmen mit tollen Mitarbeitern, tollen Ideen und tollen Lösungen für Kunden wie für Mitarbeiter. Aber leider muss ich den oft krassen Aussagen der Kollegen zustimmen. Herr Leitermann spricht von echtem Change, ja das braucht es ganz sicher. Bei der Signal Iduna und in der gesamten Branche. Nur dauert dieser Prozess und man sollte ganz viele Mitarbeiter und Kunden auf diese Reise mitnehmen. Wertschätzung, SI-Famile, Vertrauen und Zuverlässigkeit als Partner der Kunden und Mitarbeiter sind da ganz wichtig. Und wenn die entscheidende Schnittstelle zum Kunden, nämlich der Vertrieb, im besten Vertriebsjahr aller Zeiten dennoch so reagiert, wünschte ich mir, dass es ernst genommen wird, damit auch der Prozess am Ende ernstgenommen wird. Ich wünsche mir das sehr, weil mir die genannten Tugenden wichtig sind, uns immer besonders gemacht haben und weil es so einfach viel mehr Spaß macht.

    Arbeit muss Spaß machen, denn einer der WILL schafft mehr als 10 die MÜSSEN.

  • schlechte Stimmung

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