Moodys-Analyse Deutschland: Licht bei Lebens- und Schatten bei Schadensversicherern

Moodys-Analyse zur Versicherungsbranche in Deutschland: Licht und Schatten. Bild von Artist and zabiyaka auf Pixabay

In schlechten Zeiten sind selbst kleine Lichtblicke willkommen: Zwar bleibt die deutsche Lebensversicherungsbranche aufgrund des nach wie vor bestehenden Niedrigzinsumfeldes unter Druck, doch deutet sich eine Stabilisierung an. Der Ausblick in 2022 ist „stabil“. Schlechter sieht es in der Schaden- und Unfallversicherung aus.

Die Lebensversicherer hätten gute Fortschritte bei der Umstellung des Neugeschäfts auf kapitalschonende Produkte und in der Ausfinanzierung der Zinsgarantien durch die Zinszusatzreserve gemacht, schreibt die internationale Ratingagentur Moody’s Investors Service im „2022 OUTLOOK“.

Moodys schaut positiv auf den deutschen LV-Markt. Quelle: Moodys

„Der Druck auf die Lebensversicherer lässt allmählich nach“, erläutert Christian Badorff, Vice President – Senior Credit Officer bei Moody’s Investors Service. „Hier wirken sich die nachhaltige Umstellung des Neugeschäfts auf kapitalschonende Produkte sowie die Stärkung der versicherungstechnischen Rückstellungen durch das Instrument der Zinszusatzreserve stabilisierend aus. Einschränkend ist festzustellen, dass die Ertragskraft und Kapitalisierung des Sektors weiterhin anfällig bleiben für ein sich eintrübendes Kapitalmarktumfeld und insbesondere erhöhte Volatilität im Zinsniveau.“ Gleichzeitig bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen die zu bildende Regierung zur zukünftigen Ausgestaltung der Altersvorsorge in Deutschland treffen wird und „welche Rolle den Lebensversicherern hierin zugedacht wird“.

Schaden- und Unfallversicherer in 2022 negativ

In der Schaden- und Unfallversicherung sorgen – abseits der Rekordschäden aus Naturkatastrophen in 2021 – Schadeninflation und erhöhte Schadenhäufigkeit für eine Belastung der Ertragskraft auch in 2022, schreibt Moodys. Der wesentliche Treiber hierfür ist die „erwartete Schwächung der Ertragskraft“ des Sektors. Nach einem Rekordschadenjahr aufgrund von Naturkatastrophen in 2021 geht Moody’s davon aus, dass die technische Profitabilität auch in 2022 „deutlich schwächer“ als in den Vorjahren sein wird.

Weiter anziehende Schadeninflation und eine Wiederannäherung der Schadenfrequenzen an das Vor-Corona-Niveau bedingen – insbesondere in der Kfz-Versicherung – die Notwendigkeit erheblicher Preisanpassungen, die aufgrund des Wettbewerbsdrucks allerdings voraussichtlich nicht durchzusetzen sein werden.

Autor: VW-Redaktion

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