Wegen Fossilabsicherung: Umweltaktivisten schreiben Wutbrief an Buberl

Post für Thomas Buberl. Bild von Free-Photos auf Pixabay.

„Post von den Umweltschützern“ – wenn dieser Ruf erklingt, ist das für keinen Versicherungs-CEO eine gute Nachricht. Diesmal findet sich Axa-Chef Thomas Buberl als Empfänger eines offenen Briefes wieder. Er soll die Versicherung neuer Öl- und Gasprojekte sofort einstellen, um den Ruf des Klimavorreiters zu wahren.

Der offene Brief beginnt nett. „Der Versicherungskonzern Axa sei bei der Kohle ein Vorreiter in Sachen Klimaschutz“; doch es folgt der Haken: Wegen der jüngeren Zeichnungspolitik stehe nun „die Glaubwürdigkeit des Unternehmens als Klimavorbild auf dem Spiel“, schreibt die Future Coalition.

Das Öl- und Gasgeschäft von Axa stehe nicht im Einklang mit den Ergebnissen eines Berichts der Internationale Energieagentur (IE). Nach der Analyse sei die Erschließung neuer Erdöl- und Erdgasfelder „nicht nötig“. Die Axa gehöre aber laut den Verfassern des Briefes zu den „Top 10 der Versicherer in der Öl- und Gasindustrie.“ Neue Untersuchungen „werden in Kürze zeigen“, dass das Unternehmen die Erschließung riesiger Ölreserven in fragilen Ökosystemen nahe der Amazonasmündung versichert, zitiert insurancebusinessmag.

Klare Worte

„AXA hat sich verpflichtet, im Jahr 2021 eine neue Energiepolitik zu verkünden“, ist zu lesen. Die Umweltschützer gehen davon aus, dass Buberl diese am 26. Oktober auf dem Climate Finance Day in Paris vorstellen wird. Die Future Coalition nutzt Buberls eigene Worte gegen ihn: „Von uns wird erwartet, dass wir beim Klima vorangehen und nicht hinterherlaufen – das ist die Bedeutung unserer Verpflichtung zur ‚Klimaführung'“.

Vor dem Hintergrund des neuen IE-Berichtes wird gefordert: „Einstellung der Dienstleistungen für alle neuen Öl- und Gasförder- und Transportinfrastrukturprojekte, einschließlich Flüssiggasterminals“; sowie  „schrittweise Einstellung der Dienstleistungen für Unternehmen, die an der Entwicklung neuer Öl- und Gasförder- und Transportinfrastruktur beteiligt sind, bis spätestens 2023.“

Wie Buberl reagiert, wird interessant, denn die Axa erhielt – neben anderen großen Häusern –  bereits im Oktober Post von Umweltschützern. In diesem Fall wurde der Schutz des Flüssigkeitsgasterminals in Brunsbüttel kritisiert. Wie wird der „Klimavorreiter“ Axa reagieren?

Howden will Milliarden für Umweltschutz freigeben

Die Maklergruppe Howden möchte „die Versicherung für das (soziale) Wohl verändern“. Bis zu 1,5 Billionen Dollar aus Pensionsfonds könnten zur Deckung klimabedingter Risiken und Gefahren freigesetzt werden, meldet Artemis.

Howden hat sich auf frühere Untersuchungen gestützt, die ergaben, dass das verwaltete Vermögen des globalen Pensionsfondsmarktes weitaus größer ist als das der Versicherungs- und Rückversicherungsbranche. Würde jeder Pensionsfonds eine durchschnittliche Allokation in versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS) vornehmen, könnten riesige 1,5 Billionen Dollar zur Unterstützung der Übernahme von Klimarisiken zur Verfügung stehen.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Diese Versuche von naiven Klimaschützern zur Einflussnahme, Projekte demnächst lieber ohne Absicherung zu haben, sollte man so frei nach Karl Valentin behandeln: „Das ignoriere ich doch noch nicht mal….“

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