Zurich Deutschland schreibt im ersten Halbjahr weniger Gewinn

Quelle: Zurich Deutschland

Die Zurich Deutschland hat im ersten Halbjahr 2020 einen Gewinn von 150,9 Mio. Euro erzielt. Dies entspricht einem Minus von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Versicherer begründet dies vor allem mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

So lag die Schaden-Kostenquote in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 95,9 Prozent insgesamt 2,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen die Bruttobeitragseinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent auf insgesamt 3,106 Mrd. Euro (HJ 2019: 2,872 Mrd. Euro). Unternehmensangaben zufolge trugen sowohl die Schaden-Unfall-Versicherung (Property & Casualty) als auch in der Lebensversicherung über alle Vertriebskanäle hinweg dazu bei.

In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete die Zurich Deutschland ein Beitragsplus von 8,5 Prozent auf 1,317 Mrd. Euro. Dabei profitierte der Versicherer nach eigenen Angaben vor allem von einem guten Neugeschäft im Groß- und Industriekundengeschäft sowie von Beitragsanpassungen in einigen Sparten. Im Leben-Neugeschäft (APE) legte der Versicherer im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent auf 96,2 Mio. Euro zu. Wachstumstreiber war dabei vor allem das Neugeschäft bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen ohne Garantien.

„Eine Pandemieabsicherung in Form einer Versicherungslösung mit staatlicher Rückdeckung könnte grundsätzlich sinnvoll sein. Sie kann helfen, insbesondere kleinen und mittelständischen Betrieben mit begrenzten Liquiditätsreserven in einer künftigen Pandemiesituation kurzfristig Finanzmittel zuzuführen. Damit gewinnen die Betriebe Zeit, um sich auf die Situation einzustellen, ihren Geschäftsbetrieb anzupassen und ggf. erforderliche Kreditlinien zu organisieren.“

Carsten Schildknecht, Vorstandsvorsitzender der Zurich Deutschland

Zudem sprach sich Deutschlandchef Carsten Schildknecht für eine staatlich-private Lösung eines Pandemieschutzes aus. „Eine solche Pandemieabsicherung wird bei weitem nicht die möglichen wirtschaftlichen Folgen einer Pandemiesituation in ihrer gesamten Breite kompensieren, wie dies klassischerweise eine Schadenversicherung tut. Wir glauben aber, dass die Versicherer sehr effektiv helfen könnten, die Liquidität der von einer Pandemie betroffenen Unternehmen kurzfristig und zielgerichtet abzusichern, bis Staat und Kreditwirtschaft eine weitergehende, differenzierte Unterstützung in Form von Beihilfen und Krediten organisiert haben“, betont der Versicherungsmanager.

Dennoch ist die Deutschlandtochter der Zurich bislang deutlich besser durch die Krise gekommen als der Mutterkonzern. Rund 750 Mio. US-Dollar werden die Folgen der Corona-Krise den Schweizer Versicherungskonzern wohl kosten. Infolge der höheren Schäden aus der Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Finanzmärkte rutschte das Betriebsergebnis (Business Operating Profit) im ersten Halbjahr um 40 Prozent auf rund 1,7 Mrd. Dollar.

Dabei setzt Konzernchef Mario Greco in der Debatte um die Betriebsschließungsversicherung (BSV) vor allem auf Kulanz: „In der Schweiz erhalten über 90 Prozent der bei Zurich versicherten Gastrobetriebe mit einer Epidemie-Versicherung die volle Pandemie-Deckung. Die anderen Betriebe erhalten Kulanzzahlungen aus dem Zurich-Solidaritätsfonds.“

Autor: VW-Redaktion

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