Allianz macht Homeoffice zur Dauerlösung

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Wie viele andere Versicherer hat die Allianz im März die meisten ihrer Mitarbeiter – zunächst vorübergehend – ins Homeoffice geschickt. Nun scheint aus dem Provisorium eine Dauerlösung zu werden: „Jetzt sehen wir, dass wir zentrale Betriebsfunktionen virtuell darstellen können“, konstatiert Allianz-Vorstand Christoph Mascher.

„Wir können digital um einen Tisch sitzen. Deswegen werden wir künftig mit kleineren Büros arbeiten“, betont der Versicherungsmanager gegenüber dem Handelsblatt. Dadurch scheint sich der Münchener Versicherungskonzern augenscheinlich auch erhebliches Einsparpotenzial zu versprechen. „Die Standorte müssen überprüft werden, es geht vor allem um die Ausstattung“, so Mascher.

Demnach könnten rund 30 Prozent der Büroflächen wohl länger nicht mehr gebraucht werden. Dies könnte laut Bericht auch Auswirkungen auf bereits geplante Projekte haben: „Natürlich schauen wir uns auch Büroflächen noch einmal neu an, die wir bisher in der Planung hatten“, wird der Allianz-Vorstand zitiert.

Konzernchef Oliver Bäte, der den digitalen Wandel des Versicherers bekanntlich zur Chefsache erklärt hat, dürfte sich jedenfalls freien: „Wir haben die Coronakrise zum Anlass genommen, unsere Prioritäten zu überarbeiten. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass wir Projekte wie den Wandel zu einem digitalen Versicherer beschleunigen“, betont Mascher gegenüber der Wirtschaftszeitung. Die strategische Neuausrichtung der Allianz sieht zudem nicht gefährdet: „Wir werden beim Strategieplan einzelne Ziele schneller erreichen als gedacht“.

Glaubt man einer Umfrage der Neuen Assekuranz Gewerkschaft (NAG) unter 1.700 Versicherungsangestellten, habe sich eine überwältigende Mehrheit der Befragten sehr positiv über ihre Erfahrungen mit dem Homeoffice geäußert und für einen entsprechenden Anspruch ausgesprochen.

„Viele Arbeitgeber haben sich bislang den Wünschen der Beschäftigten nach gelegentlichem Arbeiten von Zuhause aus mit Argumenten verweigert, die durch die Corona-Krise widerlegt worden sind. Diesen Geist bekommen sie nun nicht wieder in die Flasche zurück. Wir von der NAG stehen den Beschäftigten bei ihrem Wunsch zu zeitgemäßer Flexibilität und den Arbeitnehmervertretungen der Assekuranz in allen Fragen zum mobilen Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite“, konstatiert Gaby Mücke, Vorsitzende der Neue Assekuranz Gewerkschaft.

Autor: VW-Redaktion

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