Verkehrsrechtschutz: Alt und reich gewinnt

Straßenverkehr - eine Gefahrenquelle. Bild von Armin Forster auf Pixabay

Der Straßenverkehr ist hektisch, gefährlich und manchmal gar tödlich. Mehr als jeder fünfte Deutsche war in den letzten fünf Jahren mindestens einmal in einen Verkehrsunfall verwickelt, zeigt eine Studie. Die Untersuchung zeigt auch, wer nach einem Unfall vor Gericht die besten Karten hat. Soviel sei verraten, ein voller Geldbeutel schadet nicht.

Unverändert hoch ist das Risiko, als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer in einen Unfall zu geraten. Im Jahr 2018  waren es 23 Prozent, in diesem fiel der Anteil um einen Prozentpunkt. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Roland Rechtsschutz.

Männer trifft es bei Unfällen nach wie vor etwas häufiger als Frauen. Von den rund 2.000 Befragten gab ein Viertel der Männer an, in der jüngeren Vergangenheit einen Unfall gehabt zu haben, bei den Frauen waren es 19 Prozent. Zudem sind jüngere Menschen nach wie vor häufiger betroffen als ältere: Bei den unter 35-Jährigen gab rund ein Drittel einen Unfall an,  bei den über 35-Jährigen war es ein Fünftel.

Bußgeldland Deutschland

Knapp jeder zweite Deutsche musste in den vergangenen fünf Jahren aufgrund eines Verkehrsdelikts ein Bußgeld zahlen. Die mit Abstand häufigsten Gründe dafür sind – analog zu 2016 und 2018 – eine Geschwindigkeitsüberschreitung (31 Prozent) und Falschparken (17 Prozent). Männer nehmen es zwar mit den Verkehrsvorschriften weniger genau als Frauen und werden dementsprechend häufiger zur Kasse gebeten, aber die Unterschiede werden geringer.

Unter den sieben einwohnerstärksten Bundesländern haben es der Umfrage zufolge erneut die Autofahrer in Baden-Württemberg besonders eilig: 35 Prozent wurden geblitzt. Darauf folgt Hessen mit 33 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 32 Prozent.

Ältere und Besserverdiener vor Gericht meist Sieger

Immerhin 18 Prozent der Befragten mussten nach einem Unfall vor Gericht erscheinen, ein Anstieg zu den Vorjahren, in denen es nur 13 Prozent (2018) bzw. 15 Prozent (2016) waren. Männer landeten dabei häufiger vor dem Kadi als Frauen (21 zu 15 Prozent). Bei exakt der Hälfte aller Streitigkeiten ging es im aktuellen Fall um die Schuldfrage. In 27 Prozent der Fälle war die Höhe des Schadens oder das Schmerzensgeld (18 Prozent) das Thema.

„Dreiviertel aller Befragten“ gaben an, dass der Rechtsstreit zu ihren Gunsten entschieden wurde. Ältere Personen gewinnen laut Umfrage ihre Rechtsstreitigkeiten häufiger als junge: Von den unter 45-Jährigen hatten 61 Prozent vor Gericht Erfolg, bei den Personen über 45 waren es 78 Prozent.

Das Einkommen verbessert die Erfolgsaussichten vor Gericht. Von den Befragten mit einem Nettoeinkommen von unter 2.000 Euro gewannen nur 70 Prozent ihren Rechtsstreit. Wenn das Einkommen über diese Grenze liegt, beträgt die Erfolgsquote 78 Prozent.

Zur Umfrage

Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der aktuellen Befragung zwischen dem 23.03. und dem 25.03.2020 nahmen 2.042 Personen teil. An der Befragung zwischen dem 03.04. und dem 05.04.2018 nahmen 2.037 Personen teil. Die Erstbefragung von 2.031 Personen fand zwischen dem 22.03. und dem 24.03.2016 statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Wenn x = 100 ist und x Personen jeweils einen Rechtsstreit führen, können nicht mehr als 50 % im Rechtsstreit voll obsiegen. Der Prozentsatz 78 zeigt, dass nur ein geringer Teil voll obsiegt. Offen bleiben die wichtigen Fragen, wie die Teilergebnisse waren und ob sich für die Teilunterliegenden der Rechtsstreit wirtschaftlich gelohnt hat.

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