Talanx will 2020 Rekordjahr übertreffen

2020 - die Talanx will Rekordjahr 2019 trotz Corona übertreffen. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Trotz des Virus COVID-19 (Corona) rechnet das Unternehmen mit Wachstum für das laufende Jahr. Vor dem Hintergrund des Rekordjahres 2019 ist das „ambitioniert aber realistisch“ wie der Vorstandsvorsitzende Torsten Leue erklärt.

Steigerungen beim Gewinn, den Bruttoprämien und dem Konzernergebnis erfreuten Vorstände wie Aktionäre, die sich, zum siebten Mal in Folge, über eine gesteigerte Dividende freuen dürfen – die genauen Zahlen finden Sie in unserer Sprint-Meldung. Die Schadenbelastung des Unternehmens stieg, insbesondere wegen des zweiten Halbjahres an, sodass das Unternehmen für dieses Jahr das Großschadenbudget um zwölf Prozent erhöht hat. Diese Erhöhung ändert aber nichts an der positiven Erwartung der Talanx.

Quelle: Talanx

So soll das „Group Net Income“ auf einen Betrag zwischen 900 und 950 Millionen steigen. Zum Vergleich, das Konzernergebnis 2019 betrug 923 Millionen und wurde um 31 Prozent gesteigert.

Das sind ambitionierte Ziele, wie Leue auf der Pressekonferenz erklärte, doch angesichts der Steigerungen in allen Geschäftsbereichen, Spezialversicherer HDI Global Specialty, Privat- und Firmenversicherung im In- und Ausland, sowie Rück- und Industrieversicherung, ist das Unternehmen optimistisch. Trotz der genannten Erhöhung des Großschadenbudgets glaubt das Unternehmen an Wachstum „in der beschriebenen Größe“, erklärt Leue.“ Daran wird laut Vorstand auch der Corona-Virus nichts Grundlegendes ändern.

Auch Corona kein Hindernis

Die Talanx hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergriffen, um den Geschäftsbetrieb in den einzelnen Ländern trotz COVID-19 sicherzustellen. Dazu gehört hierzulande die Nutzung von Homeoffice, wobei 80 Prozent der Mitarbeiter diese Möglichkeit bereits vor der Krise hatten, wie Vorstand Jan Wicke erklärte.

Die Mitarbeiter sollen in „Tandemteams“ arbeiten, sodass nicht alle Mitarbeiter zur selben Zeit in der Hannoveraner-Zentrale anwesend sind. Diese Maßnahme in Verbindung mit den Heimarbeitern soll zu „gesplittetem Arbeiten“ führen, wie  Edgar Puls, Vorstand Industrial Lines Division, erklärt.

Weiterhin möchte der Konzern größeren Abstand zwischen den Mitarbeitern gewährleisten, beispielsweise in der Kantine, sowie Versammlungen, Dienstreisen und Meetings auf ein Minimum beschränken. „Einzeln gesehen regen diese Maßnahmen vielleicht zum schmunzeln an, aber insgesamt ergeben sie ein schlüssiges Bild“, erklärt Puls.

In jedem Land des international ausgerichteten Konzerns wurde ein Krisenstab eingerichtet, der dafür sorgen soll, dass die Ziele Gesundheit der Mitarbeiter, Aufrechterhaltung des Betriebs und Verlangsamung der Ausbreitung des Virus, sichergestellt werden, auch wenn es „Zielkonflikte gäbe“. Selbst in Hochrisiko-Regionen wie Madrid oder Mailand könnte der Betrieb danke der ergriffenen Maßnahmen aufrechterhalten werden.

Insgesamt ist das Unternehmen sicher, Corona weitgehend unbeschadet zu überstehen. Der Vorstand Leue erwartet keine „direkten Effekte“ auf das Geschäft und keine „Cash-Flow-Schwierigkeiten“. Das Unternehmen hätte wenig Epidemierisiken im Portfolio und erwartet nur im Bereich Großveranstaltungen einen „niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenschaden in der Erstversicherung“.

Trotz Corona steuert der Vorstand den Talanx-Konzern Richtung Wachstum, die Ziele sind groß, die Risiken ebenso. Laut einer Befragung des Deutschen Industrie und Handelkammertages erwarten 47 Prozent der befragten deutschen Unternehmen in diesem Jahr Umsatzeinbußen wegen Corona. Doch wer wie die Talanx aus einem Rekordjahr kommt, hat eine Breite Brust für das Kommende.

Autor: VW-Redaktion

2 Kommentare

  • Zum einen erscheint das ein temporäres Thema zu sein. Zum anderen sollten sich derartige Konzerne derzeit eher auf Kunden und deren Bedürfnisse konzentrieren. Befriedigung von Aktionärsinteressen in den Vordergrund zu stellen ist mehr als diskussionswürdig. Eher sollte die Company nachdenken, welchen Ruf man mit Selbstdarstellungen wie hier erntet.

  • Namensgleichheit kann verwirren !
    Von den Ausführungen meines (namensgleichen) Vorredners muss ich mich ausdrücklich distanzieren. Ich stehe und stand in keinerlei Vertragsverhältnissen zu dem von ihm kritisierten Unternehmen, bin aber aktiv in der Assekuranz tätig. Die Gefahr einer Verwechselung nötigt mich zu diesem Hinweis.
    Zudem empfinde ich die geäußerte Kritik als haltlos. Die Interessen der Eigentümer müssen im Mittelpunkt des Handelns eines Wirtschaftsunternehmens stehen. Das sichert dessen Existenz.
    Das der Konzern Kundeninteressen fokussiert zeigt die Haltung der Tochter HDI in der Frage der Entschädigung im Rahmen der Betriebsschließungsversicherung infolge der Pandemie. Ein Vorgang, der einigen Marktteilnehmern einiges Kopfzerbrechen bereitet hat.

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