Hufeld: “Für die LV-Branche wird es immer schwieriger”
 VWheute Sprint 

Gebäude der Finanzaufsicht Quelle: Kai Hartmann Photography / BaFin

Bafin-Präsident Felix Hufeld hebt den Zeigefinger. In seiner Rede auf der Neujahrespressekonferenz warnte er, dass es für die LV-Branche und Pensionskassen “immer schwieriger” werde, ihre Zinsversprechen zu erfüllen. Zudem sprach der oberste Aufseher über klimafreundliche Investments. Grün ist nicht automatisch gut, fasst seine Gedanken wohl treffend zusammen.

Um manche Lebensversicherer und Pensionskassen steht es nicht gut, erklärte Hufeld in seiner Rede; das überrascht nicht. Der nächste Satz ist allerdings vielsagend: “Die Lebensversicherer steuern seit geraumer Zeit gegen – einige sogar mit Erfolg. Einige.”

Besonders schwer hätten es wegen ihrer Versprechen gegenüber den Kunden die Pensionskassen. Die Aufsicht werde sowohl die Kassen wie auch die Lebensversicherer mit Problemen “intensiv überwachen”.

Klimafreundliche Investments

Besonders wichtig war Hufeld das Thema klimafreundliche bzw. nachhaltigen Investments. Diese grünen Anlagen seien nicht risikofrei,  nur weil sie positiv besetzt sind. Würden diese Investments von Politik oder Aufsicht privilegiert behandelt, könnte das zu erheblichen Problemen in der Zukunft führen. Eine Bevorzugung dieser Anlagegruppe von erteilt der Bafin-Präsident damit eine Absage.

Aufsicht der Vermittler

Votum Verband und AfW stellten sich kürzlich deutlich gegen den Plan, die Vermittler unter Aufsicht der Bafin zu stellen. Die Gründe dafür sind schnell erklärt, es würde die Unternehmen und Vermittler deutlich mehr Geld kosten als die bisherige IHK-Aufsicht. Zudem konnten auf der Konferenz sehr viele Stimmen aufgefangen werden, die die Intensität und Durchdringung der bisherigen Vermittler-Aufsicht nur belächelten.

Es ist also nachvollziehbar, dass die genannten Verbände einer Änderung ablehnen. Nützen wird es wohl nichts, hinter vorgehaltener Hand konnte der aufmerksame Hörer vernehmen, dass die Idee schon weit fortgeschritten ist.

Es existieren wohl bereits Pläne, wie die für die Vermittler-Aufsicht benötigten Kräfte in das Konstrukt-Bafin integriert würden. Die neuen Aufseher, wohl um die 250, würden von Frankfurt aus zentral für das Bundesgebiet tätig werden. Ebenso scheint die Finanzierung der Aufstockung bereits fertig in der Schublade zu liegen, denn die Kosten der Bafin trägt die Finanzbranche, nicht der Steuerzahler.

Sicher, ein Schubfach kann auch geschlossen bleiben, aber in der Regel wird ein einmal geschriebener Plan herausgezogen und verwendet.

Autor: Maximilian Volz

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