Signal Iduna: LG Dortmund setzt auf Einigung im Jagdfeld-Prozess
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Hotel Adlon in Berlin. Quelle: Bild von moerschy auf Pixabay

Fünf Jahre lang beschäftigt der Milliarden-Prozess gegen die Signal Iduna nun die deutsche Justiz. Im Mittelpunkt der juristischen Schlammschlacht geht es nach wie vor um den Rufmord-Vorwurf des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld. Nun will das Landgericht Dortmund die beiden Streithähne zu einem Vergleich bewegen – es wäre mittlerweile der dritte Versuch dieser Art.

Um was geht es nochmal konkret: Jagdfeld hatte bereits Ende 2016 Schadenersatzklage über 500 Mio. Euro gegen den Versicherer eingericht. Dieser warf der Signal Iduna vor, Lügen verbreitet und dessen Seriosität infrage gestellt zu haben. Als Folge davon habe die Jagdfeld-Gruppe keine Kredite mehr erhalten und sei dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei. Zwei Jahre später forderte der Erbauer des Berliner Nobelhotels vom Versicherer rund eine Milliarde Euro Schadenersatz. Der Vorwurf: „Absprachen über die Durchführung und Strategie einer Rufmordkampagne“.

Worum es eigentlich geht: Der Dortmunder Versicherer hatte rund fünf Mio. Euro in den Adlon-Fonds Jagdfelds investiert. Dabei rechnete die Signal Iduna allein für die Jahre 2011 bis 2014 mit einem Rückfluss von 1.137.500 Euro. Am Ende waren es gerade mal 200.000 Euro, berichtet das Handelsblatt. Der Immobilienunternehmer selbst wirft dem Versicherer wiederum vor, Lügen verbreitet und dessen Seriosität in Frage gestellt zu haben.

Um seine Ansprüche gegen den Versicherer vor Gericht durchsetzen zu können, holte Jagfeld gar die Adlon-Anleger mit ins Boot. Nach Angaben der Jagdfeld-Gruppe hatte sich im Mai 2018 eine Mehrheit von 92 Prozent der Adlon-Anleger dafür ausgesprochen, Schadensersatz in Höhe von mindestens 720.000 Euro von ihrem Mitgesellschafter zu fordern.

Als Folge davon habe die Jagdfeld-Gruppe keine Kredite mehr erhalten und sei dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bereits im Jahr 2016 hatte Jagdfeld die Signal Iduna aus diesem Grunde zunächst auf einen Schadenersatz von 536 Mio. Euro verklagt. In erster Instanz sah das Gericht allerdings keinen Beweis für die Rufschädigung.

Dennoch schlugen die Richter laut Bild einen Vergleich vor, wonach der Versicherer hätte 20 Mio. Euro zahlen sollen. Dies habe die Signal Iduna jedoch abgelehnt. Auch einen zweiten Versuch habe die Signal Iduna ausgeschlagen – während der Vorsitzende Richter Willi Pawel dem Unternehmen empfohlen haben soll, sicherheitshalber Rücklagen für den Verfahrensausgang zu bilden.

„Es ist schwer vorstellbar, eine so mutwillige Klage mit irgendeinem Vergleich zu belohnen“, kommentierte Lutz Aderhold von der Kanzlei Aderhold. Allerdings sei die Gegenseite immerhin „gesprächsbereit“, hieß es von einem Sprecher von Jagdfelds Unternehmensgruppe.

Die Signal Iduna jedenfalls bleibt ihrer Linie treu: „Die Inszenierung von Herrn Jagdfeld erreicht so langsam ihren traurigen Höhepunkt. Die heutigen Zeugen – auch wieder ausschließlich von Herrn Jagdfeld benannt – widerlegen alle Behauptungen der Jagdfeld-Anwälte sehr klar und nachdrücklich. Weiterhin gilt: Niemand aus der Signal Iduna Gruppe hat sich je negativ über Herrn Jagdfeld geäußert“, betont ein Unternehmenssprecher.

Auch die Erfolgschancen auf einen Vergleich sind derzeit nicht besonders hoch. „Es gab keine Rufmordkampagne der Signal Iduna Gruppe gegen Herrn Jagdfeld – so auch deutlich die vorläufige Einschätzung des Landgerichtes. Einen Vergleich haben wir abgelehnt. Die Klage ist und bleibt aussichtslos“, ergänzte der Konzernsprecher am Dienstag.

Ob die Besinnlichkeit der Weihnachtstage die beiden Seiten vielleicht doch noch zum Einlenken bewegt, wird sich im kommenden Jahr zeigen.

Autor: VW-Redaktion

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