Thomas Cook Insolvenz: Zehntausende Deutsche gestrandet, Versicherer betroffen
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Auch Cook-Tochter Condor von der Pleite betroffen. Bild von Waldemar Zielinski auf Pixabay

Eine der größten und ältesten Reiseanbieter ist wohl Geschichte. Das britische Unternehmen Thomas Cook steht vor dem Aus, betroffen sind 600.000 Urlauber, unter ihnen viele Deutsche. Es starte die „größte zivile Rückholaktion“, sogar einen Codenamen gibt es dafür.

Mit dürren Zeilen endet die Geschichte des im Jahr 1841 gegründeten Reisespezialisten.

Quellte: Thomas Cook/ Twitter

Der britische Außenminister Dominic Raab hat bereits angekündigt, die britischen Urlauber zurück zu holen. Etwas theatralisch wurde ein Codename für die Aktion bestimmt, nämlich „Matterhorn“. Es ist nicht nur für die Urlauber eine beschwerliche Situation, denn nun stehen rund 22.000 Mitarbeiter von Cook, 4.500 davon in Deutschland, vor der Arbeitslosigkeit.

Die Gestrandeten

Derzeit sind 140.000 Touristen mit deutschen Reiseveranstaltern des englischen Unternehmens im Urlaub, teilte die Thomas Cook GmbH mit Sitz in Oberursel mit. Zudem seien für Reisen mit Abreisen am 23. und 24. September rund 21.000 Gäste gebucht. Wie es weitergeht, ist noch nicht endgültig geklärt.

Die Cook-Töchter Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours und Thomas Cook Signature haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt. „Die Durchführung von Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September kann nicht gewährleistet werden“, heißt es auf den Webseiten der Veranstalter. Die Kunden würden informiert, man solle nicht in den Callcentern anrufen.

Versicherer ebenfalls betroffen

Die Pleite von Thomas Cook trifft auch die Versicherer. In Großbritannien sorgt der Staat für das Zurückholen, hierzulande springen Versicherer in die Bresche. Wie und ob Kreditversicherer betroffen sind, ist noch nicht absehbar. Der Ferienflieger Condor wird seinen Flugbetrieb weiter ausführen. Das Cook-Tochterunternehmen hat einen staatlich verbürgter Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt.