VIG meldet Vollzug bei Nürnberger-Kauf
Konzernsitz der Nürnberger. Bildquelle: Nürnberger
Die Vienna Insurance Group schließt die Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG ab. Nach Erteilung aller erforderlichen regulatorischen Genehmigungen wurde das Erwerbsangebot vollzogen. Beim Zukauf handelt es sich um die größte Transaktion in der bisherigen Unternehmensgeschichte des Wiener Versicherers. Durch den Markteintritt in Deutschland setzt das Unternehmen auf eine stärkere Diversifikation, die gleichzeitig als Wachstumsimpuls für den Kernmarkt in Zentral- und Osteuropa dienen soll. Standort und Marke der Nürnberger bleiben bestehen, wie die VIG in einer Mitteilung betont.
Der Prozess hatte im Sommer 2025 mit der Ankündigung der VIG begonnen, eine Mehrheitsbeteiligung an dem deutschen Versicherer zu prüfen. Nach der üblichen Buchprüfung folgte im Oktober 2025 ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot für bis zu 100 Prozent des Grundkapitals. Mit dem nun erfolgten Vollzug hält die VIG insgesamt 99,2 Prozent des Grundkapitals sowie der Stimmrechte an der Nürnberger.
Für die Wiener ist Deutschland kein neuer Kernmarkt, in dem man mit Branchenriesen wie der Allianz konkurrieren möchte. Löger stellte in der Vergangenheit klar, dass es ein Spezialmarkt bleiben wird. Der Fokus liege vielmehr auf der Diversifikation des Portfolios. Durch die Integration der Nürnberger steigt der Anteil der Lebensversicherungen im Gesamtportfolio der VIG von rund 25 Prozent auf über 30 Prozent. Besonders die Expertise der Nürnberger im Bereich Biometrie und Berufsunfähigkeit gilt als wertvolles Asset. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren in Zentral- und Osteuropa Berufsunfähigkeit einen sehr entscheidenden Faktor in der Region spielen kann und wird“, erklärte CEO Hartwig Löger im Rahmen der Präsentation der Bilanzzahlen im März. Die Nürnberger soll hierbei als „Competence Center“ fungieren.
Trotz der Größe der Akquisition – das Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro stellt selbst den Ankauf der Aegon-Gesellschaften in den Schatten – wird die Eigenständigkeit der Tochter betont. Die Philosophie der VIG, Entscheidungen dort zu treffen, wo das Geschäft stattfindet, soll auch in Franken gelten. In Anspielung auf die Unternehmenskultur der Nürnberger hieß es: „Es ist gut, wenn Entscheidungen für die Region in der Region getroffen werden“. Die Ausrichtung soll im Fall gewährleisten, dass der Standort gesichert bleibt und die Identität der Marke Nürnberger erhalten wird.
Die VIG betreut mit mehr als 50 Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen in 30 Ländern etwa 33 Millionen Kunden. Das Geschäftsmodell des Konzerns basiert traditionell auf einer Mehrmarkenpolitik.
Autor: VW-Redaktion
