Allianz erhöht Ausblick für 2025

Allianz-Hauptsitz in München. Bildquelle: Allianz

Der Münchener Versicherungskonzern steigert in den ersten neun Monaten des Jahres sein operatives Ergebnis auf 13,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum belief sich der Wert noch auf 11,8 Mrd. Euro. Das kommunizierte die Allianz am Vorabend der Präsentation der Q3-Zahlen. Der DAX-Konzern peilt mit Blick auf das Gesamtjahr das obere Ende der definierten Zielspanne an.

Die Allianz hat ihr operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres auf 13,1 Mrd. Euro gesteigert. In Q3 des Vorjahres lag die Zahl noch bei 11,8 Mrd. Euro. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr 2025 mit einem operativen Ergebnis von mindestens 17 Mrd. Euro.

Damit peilt der DAX-Konzern das obere Ende der zu Jahresbeginn definierten Zielspanne von 16 Mrd. Euro plus/minus eine Mrd. an. Sollte es zu keinen größeren Naturkatastrophen oder Turbulenzen an den Kapitalmärkten kommen, erwartet die Allianz ein Jahresergebnis zwischen 17 und 17,5 Mrd. Euro, heißt es in einer Mitteilung, die Donnerstagabend an Journalisten herausging. Am Freitag früh präsentierte der Versicherer seine vollständigen Zahlen für das dritte Geschäftsquartal, das von einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität geprägt war, während das Geschäftsvolumen stabil blieb:

  • Das gesamte Geschäftsvolumen lag im dritten Quartal bei 42,8 Mrd. Euro (stabil gegenüber dem Vorjahr). Das interne Wachstum, bereinigt um Währungseffekte, erreichte 5,2 Prozent, angetrieben durch das Sachversicherungs- und Asset-Management-Geschäft. Schaut man auf die kompletten 9 Monate, so stieg das Geschäftsvolumen auf 141,2 Mrd. Euro (Vj. 133,9 Mrd. Euro).
  • Der operative Gewinn stieg im dritten Quartal um 12,6 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro (Vj. 3,9 Mrd. Euro). Dieses Wachstum wurde maßgeblich vom Schaden- und Unfallgeschäft getragen, wobei alle Segmente positive Beiträge lieferten.
  • Der bereinigte Überschuss der Anteilseigner erhöhte sich um 12,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro (Vj. 2,5 Mrd. Euro).

In den ersten neun Monaten 2025 stieg das gesamte Geschäftsvolumen im Schaden- und Unfallgeschäft auf 66,9 Mrd. Euro (9M 2024: 63,3 Mrd. Euro). Das interne Wachstum lag bei 8,3 Prozent, wobei sowohl das Privat- als auch das Gewerbekundengeschäft jeweils ein ähnliches Wachstum verzeichneten. Nimmt man nur das dritte Quartal, so erhöhte sich das gesamte Geschäftsvolumen auf 19,7 Mrd. Euro (3Q 2024:
18,6 Mrd. Euro). Das interne Wachstum betrug damit 9,5 Prozent.

Performance im Schaden- und Unfallgeschäft

Das operative Ergebnis stieg im dritten Quartal in dem Segment auf einen Rekordwert von 2,4 (2,0) Mrd. Euro, was einem Anstieg von 21,5 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2024 entspricht. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von von 93,5 Prozent auf 91,9 Prozent.

In der Leben- und Krankensparte gibt es weniger Rekorde. Im dritten Quartal 2025 erreichte der PVNBP, der Barwert der Neugeschäftsbeiträge, 17,9 Mrd. Euro (3Q 2024: 19,5 Mrd. Euro), ein Rückgang von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Neugeschäft litt aufgrund des Verkaufs der UniCredit Allianz Vita S.p.A. im zweiten Quartal 2025. Das operative Ergebnis stieg um 2,2 Prozent. Nimmt man die ganzen 9 Monate in den Blick, so stieg das operative Ergebnis in dem Segment um 3,8 Prozent auf 4,2 (4,1) Mrd. Euro und erreichte damit 77 Prozent des Mittelwerts unseres Gesamtjahresausblicks.

Performance in der Lebens- und Krankenversicherung

Größte Krise ist abgeschlossen

Die Allianz hat bis hierhin ein ereignisreiches Jahr absolviert, in dem die bislang wohl größte Krise in der Amtszeit von CEO Oliver Bäte bewältigt wurde. Im Zuge des Betrugsskandals um den „Structured Alpha“-Hedgefonds wurde der Allianz-Tochter AGI US 2022 eine zehnjährige Sperre für das Angebot von Investmentfonds gegenüber US-Investoren aufgebrummt. Diese hat die Börsenaufsicht SEC im Juli wieder aufgehoben. Auf einem Presseempfang verkündete Bäte die Nachricht sichtlich stolz, VWheute berichtete. Damit meldete sich der Versicherer sieben Jahre früher als geplant auf dem US-Markt zurück.

Intern kommt es bei der Allianz auch zu einem größeren Wechsel. Ernst & Young wurde zum neuen Bilanzprüfer bestellt. Das Mandat startet für das Geschäftsjahr 2027. Seit 2018 hatte PwC diese Rolle inne, musste aber weichen. Die Europäische Union hat mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 und der dazugehörigen Richtlinie die Pflicht zum Wechsel des Bilanzprüfers für Unternehmen von öffentlichem Interesse (z. B. börsennotierte Konzerne, Banken und Versicherer) eingeführt. Demnach darf ein Unternehmen von öffentlichem Interesse denselben Abschlussprüfer maximal zehn Jahre in Folge beauftragen.

Autor: VW-Redaktion