Fitch senkt Ausblick für Rückversicherer

Am 6. September beginnt das Rückversicherungtreffen in Monte Carlo. Verschiebt sich die Verhandlungsmacht zunehmend zugunsten der Rückversicherungskäufer. Bildquelle: Gerhard Bögner auf Pixabay

Der globale Rückversicherungssektor muss sich 2026 auf eine leichte Abkühlung einstellen. Die Ratingagentur Fitch hat ihren Ausblick von „neutral“ auf „sich verschlechternd“ gesenkt. Zwar bleiben die Rahmenbedingungen operativ solide, doch eine Kombination aus reichlich vorhandenen Kapazitäten, zunehmendem Wettbewerb und steigenden Schadenkosten setzt die Branche unter Druck.

Laut Fitch droht insbesondere in der Sachversicherung ein allmählicher Preisrückgang. Ursache ist das hohe Kapitalangebot sowohl aus traditionellen als auch aus alternativen Quellen, das die Nachfrage der Zedenten übersteigt.

Die Folge: Die Verhandlungsmacht verschiebt sich zunehmend zugunsten der Rückversicherungskäufer. Ein schweres Katastrophenereignis in der zweiten Jahreshälfte 2025 könnte diesen Trend zwar vorübergehend stoppen, im Basisszenario rechnet Fitch jedoch mit anhaltend wettbewerbsintensiven Märkten.

Neben dem Preisdruck belasten steigende Schadenkosten die Zeichnungsmargen. Treiber sind häufigere und schwerere Naturkatastrophen sowie die anhaltende soziale Inflation. Die Ratingagentur prognostiziert für 2026 eine moderate Verschlechterung der Combined Ratios und Eigenkapitalrenditen. Abgemildert werden die Effekte allerdings durch disziplinierte Zeichnungspolitik, aktive Portfolioanpassungen und stabile Anlageerträge.

Trotz des angespannten Umfelds bleibe die Kapitalausstattung der Branche stark. Viele Rückversicherer hätten in den vergangenen zwei Jahren ihre Reserven ausgebaut. Das erhöhe die Bilanzstabilität und schaffe Spielraum für Ergebnisschwankungen.

Autor: VW-Redaktion