Mit einem Schnäppchen-Kauf steigt Allianz zum größten Sachversicherer in Griechenland auf

Die Allianz will auf dem Wachstumsmarkt Griechenland durch Zukäufe expandieren. (Quelle: EzPzPics/Pixabay)

Um in attraktiven Wachstumsmärkten die Nummer eins zu werden, verfolgt die Allianz die Strategie, das Schaden- und Unfallgeschäft von der Konkurrenz abzukaufen. In Griechenland übernimmt der Münchener Versicherungskonzern nun den Sachversicherer European Reliance für insgesamt 207 Mio. Euro. Eine Mehrheit von 72 Prozent der Aktien wurde bereits gesichert.

Der griechische Versicherer soll demnach mit der Allianz Hellas verschmolzen werden und zum größten Sachversicherer des Landes aufsteigen. Im Leben- und Krankenbereich wäre der Versicherer immerhin die Nummer fünf. Gemessen an den Prämieneinnahmen wäre es der fünftgrößte Versicherer Griechenlands. Chef des neuen Unternehmens soll der bisherige CEO von European Reliance, Christos Georgakopoulos, werden. Mit 27 Prozent auch deren größter Aktionär, gefolgt von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die 15 Prozent hält. Die übrigen Aktionäre sollen ein Übernahmeangebot über 7,80 Euro je Aktie bekommen. „Dies ist eine spannende Gelegenheit für die Allianz, ihre Position auf dem attraktiven griechischen Versicherungsmarkt mit einem idealen Unternehmen wie European Reliance zu stärken“, sagte Sergio Balbinot, Vorstand der Allianz SE.

Griechenlands Marktdaten

Nach sechs Jahren der Rezession zwischen 2010 und 2015, in denen die gebuchten Bruttoprämien um 30 Prozent von 5.332 Mio. Euro auf 3.725 Mio. Euro sanken, stiegen die Prämieneinnahmen 2016 um 4,4 Prozent auf 3.887 Mio. Euro. Seitdem sind die Gesamtprämien jedes Jahr gestiegen. Sach- und Lebenprodukte tragen jeweils 50 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei. 2020 betrug die Prämien im Lebenbereich 2.056 Mio. Euro, ein Rückgang um acht Prozent. Die Prämien im Sachgeschäft betrugen 2.049 Mio. Euro, ein geringfügiges Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon kamen 737 Mio. Euro von der Kfz-Sparte. Die sich verändernde Marktdynamik führte dazu, dass große internationale Akteure in den vergangenen 20 Jahren den griechischen Markt betraten, darunter Allianz, Ergo, Axa, Generali oder Metlife.

Bäte stellt am Freitag die Bilanz vor

Im Oktober 2021 hatte die Allianz die Transaktion zur Übernahme von Aviva Italia S.p.A. abgeschlossen, das ist die italienische Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaft der Aviva-Gruppe – VWheute berichtete. Die Transaktion hat einen Wert von rund 330 Mio. Euro.

Am kommenden Freitag steht der Allianz-CEO Oliver Bäte jedenfalls wieder im Mittelpunkt des medialen Interesses, wenn der Mutterkonzern seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 der Öffentlichkeit vorstellt. Schätzungen zufolge dürfte der Versicherer wohl bessere Zahlen vorlegen als noch 2020. Analysten zufolge dürfte sich der Gewinn je Aktie im Fiskaljahr 2021 auf durchschnittlich 21,38 Euro je Aktie belaufen. Beim Umsatz wird ein Plus auf 144,17 Mrd. Euro (2020: 140,50 Mrd. Euro) erwartet.

Die Vorzeichen dürften jedenfalls gut stehen: Nach einem starken zweiten Halbjahr, in dem bereits 55 Prozent des für 2021 Geplanten eingefahren sind, korrigierte Bäte das Gewinnziel bereits nach oben: Erwartet wird für 2021 ein Betriebsgewinn von zwölf bis 13 Mrd. Euro statt zwölf Mrd. Euro, mit einer Spanne von einer Milliarde Euro nach oben wie nach unten.

Autor: VW-Redaktion

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