SV Versicherung überrascht mit Boom in der Lebensversicherung

Standort der SV Sparkassenversicherung in Stuttgart. Quelle: SV Sparkassenversicherung

Das liest sich mehr als ordentlich: Die SV Sparkassenversicherung hat im Kalenderjahr 2019 Verbesserungen bei Einnahmen, Wachstum in der Sach- wie Lebensversicherung und eine verbesserte Combined-Ratio erzielt, wie das vorläufige Ergebnis zeigt. Im Gespräch zeigt sich das Unternehmen erfreut über das Ergebnis, doch es gibt auch (wenige) Negativpunkte.

Auf Konzernebene stiegen die Beitragseinnahmen um 11,1 Prozent auf 3,48 Mrd. Euro, Vorjahr: 3,13 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis wird mit 53,6 Mio. Euro „ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert  von 48,3 Mio. erwartet“. Das Ergebnis wird bei einer minimal gefallenen Vertragsanzahl von minus 0,2 Prozent erreicht, was den Eindruck durch Wachstum mittels Prämienerhöhungen erweckt.

Das Ergebnis sei eine „Mischung“ aus erhöhten Beiträgen und dem vermehrten Abschluss von höherpreisigen Verträgen bei Reduktion von günstigen, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Der Chef ist jedenfalls glücklich mit dem Ergebnis: „Wir sind sehr zufrieden. 2019 war eines unserer erfolgreichsten Geschäftsjahre“, so die Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Andreas Jahn.

Neugeschäft in der Altersvorsorge boomt

Ein Wachstum verzeichnete die SV im Altersvorsorgegeschäft. Die gebuchten Bruttobeiträge der SV Lebensversicherung stiegen um 17,6 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro. Das Neugeschäft nach Beitragssumme wuchs um 17,4 Prozent auf 3,11 Mrd. Euro. Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag übertraf nach Beitragssumme das Vorjahr um 9,1 Prozent. Damit folgt der Versicherer dem Branchentrend in der Lebensversicherung, hin zu mehr Einmalbeiträgen. Diese Entwicklung wurde auch auf der GDV-Jahrespressekonferenz verbissen diskutiert.

Das Wachstum bei den Einmalbeiträgen liege auf dem Niveau der Jahre 2014 bis 2016, also im Normalbereich, erklärt der Unternehmenssprecher. „Wichtig ist für uns das Geschäft gegen laufenden Beitrag, also die bAV und klassische Altersvorsorge“. Das spiegle sich in der Bruttobeitragsbetrachtung für 2019 „gar nicht wirklich wider“. Betont wurde, dass das Unternehmen nach Beitragssumme deutlich wuchs und „das stärkste Wachstum seit 2004 erzielt wurde“.

In der Schaden-Unfallversicherung wurde ein Beitragsplus von 4,6 Prozent erzielt. Es waren erneut eine „Vielzahl von Elementarschäden“zu verzeichnen. Dabei setzte sich die Entwicklung hin zu mehr lokalen Unwetterereignissen fort. Das hat sich aber nicht negativ auf die Schaden-Kostenquote ausgewirkt, diese sank von 91,2 auf  85,2 Prozent. Sechs Punkte sind ein Wort, auf Nachfrage erklärt ein Sprecher, dass „weniger Schäden die Hauptsache gewesen sein, aber auch eine „um ein Prozentpunkt gesunkene Kostenquote“.

Cyberschutz „wächst konstant“

Im Mai 2016 hatte der Versicherer den „SV InternetSchutz“ eingeführt und bisher rund 27.000 Verträge policiert. Das klingt nicht nach viel, doch die SV ist zufrieden. Die Vertragszahl beziehe sich auf den privaten Internet-Schutz. In dem Bereich sei die SV ein führender Anbieter im Markt. Das Unternehmen erwartet, dass sich „das bisherige konstante Wachstum“ in diesem Bereich weiter fortsetzt.

Bei all den guten Zahlen gegenüber dem Vorjahr könnte der Verdacht entstehen, dass 2018 einfach ein schlechtes Jahr war, sodass die Zahlen besser wirken, wie sie tatsächlich sind . Darauf angesprochen, erklärt der Unternehmenssprecher, dass 2018 im Bereich Schaden-Unfall bereits ein „sehr gutes Jahr“ war, doch 2019 sei „noch besser“. Im Sektor Leben waren in 2018 die „Einmalbeiträge deutlich niedriger“, das Geschäft gegen laufende Beiträge bereits „gut lief“, doch das Ergebnis von 2019 habe das „noch einmal getoppt“. Treiber waren aktuell wie im Vorjahr die bAV.

Und was kommt 2020, das Schlusswort hat nochmal Herr Jahn: „Die SV ist gut ins neue Jahr gestartet, auf der Vertriebsseite setzt sich die gute Geschäftsentwicklung fort. In der Lebensversicherung erwarten wir auch 2020 wieder eine gute Entwicklung, insbesondere im Zukunftsfeld der betrieblichen Altersvorsorge. Im Bereich der Schaden-Unfallversicherung sehen wir ebenfalls positiv in die Zukunft und erwarten ein weiteres Beitragswachstum in der Größenordnung von gut drei Prozent“.

„Auf der Ergebnisseite ist es jetzt noch sehr früh für eine Prognose – der Sturm ‚Sabine‘ mit geschätzten Schäden von 70 Mio. Euro wird in der Schadenquote sichtbar sein. Was am Ende herauskommen wird, wird sich zeigen. Neben den reinen Zahlen wollen wir bei unseren wichtigsten Themen Fortschritte machen – hierzu zählen unsere Digitalisierungsaktivitäten in der SV und mit der id-fabrik ebenso wie eine noch bessere Unterstützung unserer Vertriebspartner“, betont der CEO der Sparkassenversicherung.

Autor: Maximilian Volz

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