Hurrikan Melissa: Moody’s RMS schätzt versicherte Schäden auf bis zu fünf Milliarden Dollar
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Der Risikomodellierer Moody’s RMS schätzt die versicherten Schäden durch den Hurrikan Melissa auf drei bis fünf Milliarden US-Dollar. Die wahrscheinlichste Schadenshöhe liege bei rund 3,5 Milliarden Dollar. Betroffen ist vor allem Jamaika, das von dem Hurrikan der höchsten Kategorie 5 am stärksten getroffen wurde. Für andere Karibikinseln wie die Bahamas, Haiti sowie die Turks- und Caicosinseln geht Moody’s RMS von nur geringen versicherten Verlusten aus.
Nach Angaben der Risikoexperten könnten die wirtschaftlichen Gesamtschäden in Jamaika das Bruttoinlandsprodukt des Landes übersteigen, das 2024 bei rund 20 Milliarden Dollar lag. In die Schätzung fließen Schäden an Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden sowie am Automobilsektor ein, ebenso Betriebsunterbrechungen und Folgekosten durch beschädigte Infrastruktur wie Straßen und Stromnetze. Nicht berücksichtigt sind Schäden an staatlichen oder internationalen Absicherungsprogrammen, etwa der Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility oder Katastrophenanleihen der Weltbank.
Den Analysten zufolge resultieren die meisten versicherten Verluste aus Windschäden. Überschwemmungen und Sturmfluten spielten laut Moody´s RMS eine untergeordnete Rolle. Besonders stark betroffen seien Hotels, Resorts und gewerbliche Mehrfamilienhäuser. Ein erheblicher Teil der Versicherungsforderungen gehe auf Betriebsunterbrechungen zurück.
Die Versicherungsdichte auf Jamaika ist nach Branchen sehr unterschiedlich. Der Tourismussektor weist nahezu vollständige Deckung und hohe Versicherungssummen auf. Auch in anderen gewerblichen Bereichen bestehen weitverbreitete Policen, wobei die Limits teils nicht ausreichen dürften, berichtet Moody´s RMS. Im Privatsektor hingegen ist die Absicherung deutlich schwächer ausgeprägt. Viele Einfamilienhäuser insbesondere außerhalb wohlhabender Stadtgebiete, sind nicht versichert. Der Modellierer erwartet schwere finanzielle und soziale Belastungen für Haushalte und kleinere Betriebe.
Melissa war der 13. benannte Sturm und der vierte schwere Hurrikan der Nordatlantik-Saison 2025. Am 28. Oktober traf er nahe New Hope im Südwesten Jamaikas mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde und einem zentralen Druck von 892 Hektopascal auf Land. Damit gehört Melissa zu den stärksten jemals registrierten Hurrikanen weltweit – gleichauf mit Dorian (2019) und dem Labor-Day-Hurrikan von 1935.
Für Jamaika markiert Melissa den schwersten Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851. Er übertraf den Hurrikan Gilbert von 1988 deutlich, der damals als Kategorie-3-Sturm über die Insel zog. Es war zudem das erste Mal, dass ein Hurrikan der Kategorie 4 oder 5 direkt auf Jamaika traf.
Der Sturm brachte extreme Winde, schwere Sturmfluten, massive Niederschläge und Erdrutsche über den Westen der Insel. Nach der Passage über Jamaika erreichte Melissa Kuba als Kategorie-3-Hurrikan in der Provinz Santiago de Cuba und zog anschließend über die zentralen und südöstlichen Bahamas hinweg, bevor er sich abschwächte.
Vor wenigen Tagen schätzte das Analyseunternehmen Verisk die versicherten Schäden an Onshore-Immobilien durch Melissa auf 2,2 bis 4,2 Milliarden US-Dollar, VWheute berichtete.
Autor: VW-Redaktion
