GGW schmiedet Pläne für eigenen Rückversicherungsmakler

Die GGW Group residiert in direkter Nachbarschaft zur Hamburger Speicherstadt. Bildquelle: Karsten Bergmann/Pixabay

Die von Tobias Warweg geführte GGW Group hat seit 2020 über 50 Makler und Assekuradeure übernommen. Nun schickt sich der stark expandierende Maklerverbund offenbar an, auch abseits des Erstversicherungsgeschäfts aktiv zu werden. Einem Medienbericht zufolge wollen die Hamburger einen Rückversicherungsmakler gründen. VWheute hat nachgefragt, was an dem Vorhaben dran ist.

GGW Re soll der neue Rückversicherungsmakler heißen, wie der Versicherungsmonitor am Dienstag unter Berufung auf eigene Informationen berichtete. Im Zuge der Neugründung soll GGW den langjährigen Guy Carpenter-Manager Johannes Pütz von dem US-Rückversicherer losgeeist haben, damit dieser zum 1. Mai seinen Einstand bei den Hamburgern geben kann. Eine GGW-Sprecherin wollte sich laut Versicherungsmonitor nicht dazu äußern. Auch auf Nachfrage von VWheute hieß es am Dienstagnachmittag aus der Pressestelle, dass man „derzeit keinen Kommentar zu diesem Thema“ abgebe.

Johannes Pütz ist seit über acht Jahren als Senior Vice President bei Guy Carpenter in München tätig, wie aus seinem Linkedin-Profil hervorgeht. Er selbst beschreibt sein Aufgabengebiet auf der Netzwerk-Plattform mit „Rückversicherungsvermittlung für den EMEA-Markt mit Schwerpunkt auf strategischer Beratung, Kapitaloptimierung, strukturierten Risiken und Legacy-Lösungen“. Auch das Geschäft mit Assekuradeuren in der EU und im Vereinigten Königreich finden sich in seinem Tätigkeitsprofil. „Risikoträger und Rückversicherungskapazitäten zusammenbringen“, umreißt der Manager sein Job-Profil in aller Kürze. Pütz, der im bayerischen Vaterstetten die Schule besucht hatte und später an der Ludwig-Maximilians-Universität München studierte, war unter anderem fast sieben Jahre lang beim Bermuda-Rückversicherer Tokio Millennium Re AG beschäftigt.

Mit dieser Vita dürfte Pütz dem Anforderungsprofil von Tobias Warweg durchaus entsprechen – zumal Guy Carpenter, das zur Marsh & McLennan-Gruppe gehört, zu den großen Spielern im Markt zählt. Neben dem hiesigen Platzhirschen Aon tummeln sich weitere illustre Namen im Geschäft, das gute Erträge verspricht: US-Makler Gallagher Re mischt hier ebenso mit wie auch die britischen Makler Howden und McGill, die mit ehrgeizigen Wachstumsplänen für Furore sorgen.

Als Vorbild für GGW dient möglicherweise die Ecclesia, die im Januar 2020 vermeldet hatte, als Erstversicherungsmakler eine Tochtergesellschaft für das Rückversicherungsgeschäft gegründet zu haben. Der damalige Neuling Ecclesia Re hat sich inzwischen zu einem soliden Anbieter entwickelt, der wächst und zuverlässig Erträge ans Mutterhaus liefert.

Dass Warweg dem Beispiel der Ecclesia folgen wird, ist nicht bestätigt, würde aber zu den ehrgeizigen Plänen des einstigen HDI-Vorstands passen, dem derzeit alles gelingen zu scheint. GGW kann es sich erlauben, wählerisch zu sein: Warweg selbst betont stets, dass er noch nie einen Makler oder Assekuradeur proaktiv angesprochen habe – die Firmen kämen von allein und wollen sich der Gruppe anschließen. Die Nachfrage sei gigantisch, aber er habe über 200 Makler-Offerten bereits abgelehnt, wie er im Oktober 2023 im Interview mit VWheute sagte. Ob sich die Sogwirkung der GGW-Gruppe mit Sitz im berühmten Hamburger Chilehaus auch auf ein neues Terrain übertragen lässt, wird sich noch weisen.

Autor: Lorenz Klein

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