Aus für Til Kleins Vantik

Til Klein ist Gründer und CEO des Altersvorsorge-Startups Vantik. Er ist Mitglied des Expertenrats für die neue Europarente bei der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA. Quelle: Vantik

Die Branche hat einen Player weniger: Das Altersvorsorge-Insurtech Vantik stellt Medienberichten zufolge Ende Oktober seinen Geschäftsbetrieb ein. Dessen Kunden werden an das Leipziger Geldanlage-Start-up Evergreen und die Neobank Vivid vermittelt. Bereits Anfang Juni hatten die Berliner „überraschend“ Insolvenz angemeldet.

Einen wesentlichen Grund für die Pleite sieht Vantik vor allem in einer gescheiterten Finanzierungsrunde Ende Mai. Auch die Suche nach neuen Investoren war Unternehmensangaben zufolge nicht erfolgreich. Demnach werde das Leipziger Investment-Start-up den Kunden ein Angebot machen. Zusätzlich wirbt die Neobank Vivid um Vantik-Kunden, berichtet das Finanzportal Finance Forward.

Dabei glaubten die Gründer des Insurtechs bis zum Schluss an ihre eigene Geschäftsidee: „Beim Einstieg in die Altersvorsorge gibt es große Angst, etwas falsch zu machen. Genau das umgehen wir mit der Vantikcard, der Einstieg ist extrem einfach“, hatte Gründer Til Klein gegenüber Finance Forward 2020 erklärt.

„Vantik hilft Menschen, nachhaltige Spargewohnheiten fürs Alter aufzubauen. Was Freeletics für den Sport ist, ist Vantik für die Altersvorsorge. Wie beim Sport ist auch bei der Altersvorsorge aller Anfang schwer. Daher geht es erstmal darum, den Start so niedrigschwellig und einfach wie möglich zu machen. Danach gilt es, positiv zu motivieren, dranzubleiben bzw. sich sukzessive zu verbessern – in unserem Fall also mehr zu sparen. Wenn man so will, ist Vantik also der Coach für die finanzielle Fitness.“

Til Klein im Jahr 2020 im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Die Grundidee des Start-ups war es, zwei verschiedene Fintechprodukte miteinander zu verbinden – mittels einer Bankkarte „sollten die Kunden Cashback erhalten, das dann direkt in die Altersvorsorge investiert wird“, so das Finanzmagazin weiter. Aber: „Das Produkt spricht zwei verschiedene Zielgruppen an, die sich nur sehr schwer miteinander kombinieren lassen“, kritisierte ein Branchenkenner.

Unter dem Strich dürfte dieser jedenfalls Recht behalten haben. Vantik ist damit – nach Joonko oder Flyyper – bereits ein weiteres prominentes Versicherungs- und Finanz-Start-up, welches binnen weniger Jahre nach seiner Gründung wegen Geldmangels wieder die Segel streichen muss.

Autor: VW-Redaktion

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