Urgewald sieht Transparenzdefizit bei Umweltversprechen von Allianz, Axa und Generali

Mangelt es der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) an Transparenz? Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.

Mogeln die großen Versicherer bei ihrem Umweltengagement? Eine von der NGO Urgewald unterstützte Studie – durchgeführt von der Universität Edinburgh und University College Dublin – analysiert das klimabezogene Abstimmungsverhalten der Mitglieder der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), zu der unter anderem Allianz, Axa und Generali gehören. Die Ergebnisse sind nicht schmeichelhaft.

Die Analyse offenbart einen „besorgniserregenden Mangel an Transparenz und lässt zudem Zweifel an der Wirksamkeit der Alliance“ aufkommen. Die Mitglieder der Alliance hätten ihr klimabezogenes Abstimmungsverhalten nicht signifikant im Vergleich zu der Peer Group, die nicht der NZAOA angehört, „signifikant geändert“. Zudem wäre es schwierig an „(überhaupt) zugängliche Daten“ zu gelangen.

Transparenz gesucht

Brisant ist dies vor dem Hintergrund, dass die NZAOA die Bedeutung des klimabezogenen Abstimmungsverhaltens besonders unterstreicht und dem Engagement große Bedeutung beimisst, indem sie es zum einzigen verbindlichen Ziel für ihre Mitglieder macht – allerdings gelte das laut Urgewald „nicht für die Offenlegung“.

Mitglieder der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) Quelle: unepfi.org.

Die Studie zeige auch, dass ein großer Teil der NZAOA-Mitglieder ihre Stimmrechte nicht direkt ausüben und nur wenig Einblick in die Art und Weise hat, wie ihre Stimmrechtsmandate von Dienstleistern ausgeübt werden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das geringe Maß an Transparenz der NZAOA-Mitglieder „keine umfassende Bewertung“ zulässt und die NZAOA-Initiative daher „nicht den Anspruch erheben kann, bei klimabezogenem Abstimmungsverhalten weltweit führend zu sein“.

Deutsche Versicherer bleiben anonym

Aus deutscher Perspektive konnten „nur für die Allianz“ Daten ausgewertet werden, für die anderen deutschen NZAOA-Mitglieder liegen keine öffentlichen Daten vor. Keiner wisse, wie es bei Munich Re, Bayerische Versorgungskammer, Hanse Merkur, Kenfo oder Sparkassen Versicherung aussehe. Das sei ein „eklatanter Mangel an Transparenz“.    

Bei Allianz Global Investors lässt sich feststellen, dass die „Shell-Resolution zur Festlegung quantitativer Ziele für die Reduzierung von Emissionen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel“ nicht unterstützt würde und auch keine „Klimaresolution zu BP“. Das stärke nicht gerade das Vertrauen in den Engagement-Prozess speziell mit Öl- und Gasunternehmen.

AllianzGI selbst kritisiert die Studie gegenüber VWheute: Sie nehme das Unternehmen mit auf, obwohl man nicht Mitglied der NZAOA sei. Zudem erhebt Allianz GI Zweifel daran, dass „die Ergebnisse einer Studie mit derart kleiner (und zudem falsch zusammengestellter) Grundgesamtheit (betrachtet werden zweimal 9 Unternehmen) statistisch überhaupt aussagefähig bzw. valide sind.“

Zudem werde ein merkwürdiger Schluss gezogen. „Es wird der NZAOA-Gruppe zum Vorwurf gemacht, dass die Kontrollgruppe nachgezogen hat und in mittlerweile ähnlich vielen Fällen für klimabezogenen HV-Anträge stimmt“, erklärt Allianz GI gegenüber VWheute.

Laut Urgewald auf der anderen Seite braucht Engagement eine transparente Abstimmungspolitik, inkl. Überwachung von Proxy Voting Dienstleistern, und eine klare, zeitlich begrenzte Eskalationsstrategie, die zu einem Divestment führt. Mehr zum Thema.

Autor: VW-Redaktion

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