Australiens Regierung gründet Rückversicherungs-Pool

Patty Jansen/ Pixabay

Machen statt reden. Während in Europa noch über staatlich-private Partnerschaften sinniert wird, macht Australien Nägel mit Köpfen. Um der Privatindustrie bessere Versicherungsangebote zu ermöglichen, wird ein Pool gegen die Folgen von Überflutungen und Wirbelstürmen eingerichtet.

Der Pool soll dabei helfen, im katastrophengefährdeten und dicht besiedelten Norden des Kontinents sachgerechte Deckungen zu ermöglichen, meldet Artemis. Der Prime-Minister Scott Morrison hat verkündet, dass der Pool ab dem 1. Juli 2022 mit staatlichen Garantien von zehn Milliarden US-Dollar ausgestattet wird. Damit sollen Versicherungslösungen für Verbraucher “verfügbar und finanzierbar” bleiben. Mit den rabattierten Angeboten sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar an Prämien eingespart werden. Profitieren sollen neben Privatkunden auch kleine und mittlere Unternehmen, die Zahl der rabattierten Policen wird auf 500.000 geschätzt.

Details noch unklar

Eine spezialisierte Einheit des Schatzamtes wird gemeinsam mit Vertretern der Versicherungsindustrie die Details der Kooperation ausarbeiten. Bisher kamen kaum Einzelheiten zur tatsächlichen Ausgestaltung ans Licht. Welche Rolle die Finanzmärkte, Erst- und Rückversicherer spielen werden, ist derzeit noch offen.

Nichtsdestotrotz hat der Versicherungsverband Insurance Council of Australia bekannt gegeben, dass es die Pläne begrüßt. Es sieht die Verwirklichung der Lösung auch als eigenen (Teil-)Erfolg, denn es wurde seitens der Versicherer “beträchtliche Arbeit” in eine staatlich-private Lösung investiert.

Hierzulande und in Europa sprechen viele Versicherer von ähnlichen Lösungen, beispielsweise Oliver Bäte und Thomas Buberl oder der GDV. Im Zentrum dieser Überlegungen steht ein Pandemieschutz, aber weitere Lösungen wie der “Spezialversicherer” Extremus, der unter anderem Terrorschäden abdeckt, sind nicht ausgeschlossen.

Autor: VW-Redaktion

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