Rechtsschutzversicherer erwarten höhere Schäden durch Corona

Justitia, Quelle: Bild von Sang Hyun Cho auf Pixabay

Während der Corona-Krise ist die Nachfrage nach einer telefonischen Rechtsberatung bei den Rechtsschutzversicherern auf ein neues Rekordhoch gestiegen. So konnte den Versichertem im März und April in knapp 285.000 anwaltlichen Telefonberatungen geholfen werden. In normalen Monaten sind es etwa 115.000. Dies geht aus einer Sonderauswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Die meisten Fragen wurden zum Vertrags- gefolgt vom Arbeitsrecht gestellt, beispielsweise zu Kurzarbeit und Kündigung. Bei Fragen zum Reiserecht standen vor allem Fragen zu Stornierungen im Fokus, heißt es beim Branchenverband.

„Als Folge der Corona-Krise rechnen wir mit einer deutlichen Zunahme von Rechtsschutzfällen und der damit verbundenen Kosten“.

Thomas Lämmrich, Leiter Rechtsschutzversicherung beim GDV

„Allein von Mitte März bis Anfang April – also in den ersten Wochen des Lockdown – verzeichneten die deutschen Rechtsschutzversicherer die Rekordzahl von über 35.000 telefonischen Beratungen pro Woche“, konstatiert Thomas Lämmrich, Leiter Rechtsschutzversicherung beim GDV.

Quelle: GDV

Dabei rechnet der Verband laut Lämmerich als Folge der Corona-Krise „mit einer deutlichen Zunahme von Rechtsschutzfällen und der damit verbundenen Kosten“. Dabei dürften die Schäden nach Einschätzung des GDV vor allem im Arbeitsrecht aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen stark ansteigen.

Allein Arbeits- und Vertragsrecht machen ein Drittel der Schäden aus. Insgesamt bearbeiten die Rechtsschutzversicherer jährlich über vier Millionen Fälle im Jahr und leisten dafür rund 2,8 Mrd. Euro. Auf die ohnehin schon belasteten Gerichte werden voraussichtlich in nächster Zeit erheblich mehr Prozesse zukommen, beispielsweise um den Erhalt des Arbeitsplatzes oder etwa wegen der Kostenerstattung bei stornierten Reisen.​​​​​​​

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Dass in diesen Zeiten Rechtsauskunft zum Arbeitsrecht hoch im Kurs steht, wundert mich auch gar nicht. Von Kurzarbeit haben viele Angestellte bis dato wohl noch gar nichts gehört, geschweige denn, dass sie die Umstände kennen.

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