Ex-Ergo-Manager Harald Christ verlässt auch SPD-Wirtschaftsforum

Harald Christ

Harald Christ, Quelle: Christ & Company

Harald Christ ist konsequent, wenn es um seine politische Einstellung geht. Nun hat der ehemalige Ergo-Versicherungsmanager auch beim SPD-Wirtschaftsforum hingeworfen – und erneuert seine Kritik an einem „absurdem Linksschwenk“ der Sozialdemokraten: „Die SPD unterliegt dem Irrtum, nur noch dadurch aus ihrem Umfragetief herauszufinden, dass sie immer weiter und schriller nach links rückt“.

So würden seine „kritischen Anmerkungen zum immer absurder anmutenden Linksschwenk der SPD würden dem Wirtschaftsforum schnell schaden, zumal die Institution wichtiger denn je wird als letzte Chance, wieder etwas ökonomische Vernunft in die Partei zu bringen“, begründet Christ seine Entscheidung gegenüber dem Handelsblatt.

Dem neuen Führungsduo wirft der frühere Ergo-Manager vor, die falschen Schlagzeilen zu produzieren: „Dass die beiden es nicht können, war ja einer der Gründe, dass ich Ende vergangenen Jahres meinen Abschied erklärt habe. Die seither provozierten Debatten zeigen, wie richtig ich mit meiner Entscheidung lag.“

Zudem dürfte nach seiner Ansicht „bis Ostern klar sein, dass das neue SPD-Führungsteam seinen Mitgliedern zu viel versprochen hat. Da wird die Frustration noch weiter zunehmen. Wenn die Große Koalition dann noch Bestand hat, wird sie sich bis zum Ende der Legislaturperiode über die Runden schleppen, befürchte ich. Wegweisende Entscheidungen werden da natürlich nicht mehr getroffen. Dabei wären gerade diese notwendig für Deutschland in einem harten globalen Wettbewerb.“

Dass sich Christ zwischenzeitlich der CDU anschließen würde, scheint allerdings wenig wahrscheinlich. „Die von Angela Merkel betriebene Sozialdemokratisierung der CDU hat ihre Spuren hinterlassen – in der Union wie in der SPD. Beide großen Volksparteien machen aktuell eher eine Politik für ihre eigenen Mitglieder und Delegierten. Dabei wird vergessen, dass es um die Zukunft von über 80 Millionen Menschen geht. Von diesem Vakuum profitieren derzeit zwei Parteien: die Grünen und leider auch die AfD“, konstatiert der frühere Ergo-Vorstand.

Bereits Mitte Dezember wurde bekannt, dass Christ die SPD wegen ihres vermeintlichen Linksrucks verlassen wolle. „Wirtschaft und Mittelstand kommen in der SPD nun überhaupt nicht mehr vor – das ist eine erschreckende Entwicklung“, monierte Christ gegenüber der Berliner Morgenpost.

Autor: VW-Redaktion

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