Axa IM resigniert: „Keine Lockerungsmaßnahmen der EZB in 2020“

Bei AIG fallen in einigen Bereichen die Ergebnisse.. Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Sind Sie ein Freund der Minizinsen? Falls nicht, sollten sie an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören, denn Apolline Menut, Ökonomin der Eurozone bei Axa Investment Managers (Axa IM), hat ein Bündel schlechter Nachrichten geschnürt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stoße im kommenden Jahr an ihre Grenzen. „Wir erwarten einen unveränderten Einlagenzinssatz für das gesamte Jahr und zudem keine Fortschritte bei der Integration im Eurowährungsraum in Richtung steuerlicher Gegenseitigkeit oder einer Bankenunion“, erklärt Menut. Lockerungsmaßnahmen wären erst im Jahr 2021 zu erwarten. 

Das Wachstum der Eurozone dürfte sich laut der Managerin im Jahr 2020 weiter verlangsamen. Die wichtigste Frage sei, wie belastbar der Binnenmarkt bleibe. „Es bleiben Unsicherheiten bestehen: Die Brexit-Diskussionen konzentrieren sich weiterhin auf die Frage des Übergangs, mit No-Deal-Risiken für Ende 2020. Darüber hinaus ist ein Handelsabkommen zwischen den USA und China nach wie vor nicht greifbar, die Gefahr von US-Zöllen für Kraftfahrzeuge aus der EU bleibt ein Risiko für 2020“, fasst Menut zusammen.

Die Ökonomin erwartet für die kommenden Quartale ein Wachstum, das jeweils um 0,2 Prozent herum schwankt. In Summe ergäben sich 0,7 Prozent Wachstum im Jahresvergleich für das Gesamtjahr 2020, nach 1,2 Prozent 2019 und 1,4 Prozent 2018.

Die wahren Gründe für die Zinsen

Viele Menschen, auch in der Finanzwirtschaft, glauben weiterhin, dass die Niedrigzinsen eine persönliche Gemeinheit von Mario Draghi und seinen EZB-Schergen sind. Die wahren Gründe sind aber eher das sinkende Potentialwachstum in den Industrieländern, demographische Trends und eine Verschiebung in den Portfolios der Finanzmarktteilnehmer zugunsten von Sicherheit.

Das erklärt niemand geringerer als Philip Lane, seit Juni Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), in einem lesenswerten Artikel der Kollegen der FAZ.

Autor: VW-Redaktion

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