Auch Wirtschaftsprüfer werden schneller, besser und sicherer

Die Digitalisierung hält nicht nur in der Assekuranz Einzug, sondern auch bei den sie betreuenden und prüfenden Wirtschaftsprüfern. Auf dem von der V.E.R.S. Leipzig GmbH ausgerichteten Ideen- und Innovationsmarktplatz für die Versicherungswirtschaft „Innovario“ berichtete Wirtschaftsprüfer Dr. Andreas Freiling von EY Ernst & Young, dass sich die Prüfungszeiten dank moderner Tools inzwischen um ein Drittel verkürzt hätten. Selbst große Assekuranzen wären heute rund elf Werktage nach dem Jahresultimo geprüft.

Die eigenen Dienstleistungen (Prüfung und Beratung) seien dabei zudem besser und sicherer geworden. EY setze beispielsweise Robots ein, um etwa Marktdaten für Kapitalanlagen zu einem Stichtag standardisiert automatisch abzugleichen. Mit der „Helix Analyse“ ließen sich Massendaten von den Versicherern übertragen und auf „jede Art“ analysieren – etwa, für welche Verträge keine Prämien gezahlt werden.

Derartiges Vorgehen sei auch erforderlich, weil auch die Wirtschaftsprüfer inzwischen „erhebliche Rekrutierungsprobleme“ hätten und der Einsatz von Spezialisten letztlich „extrem teuer“ sei.

Betrug und Drohnen

Zentrales Prüfungstool sei das datenbankgestützte „Canvas Dashboard“, über das man auch mit den Kunden mit einer Zwei-Faktor-Authentisierung kommuniziere. Dort könnten die Kunden in Echtzeit bestimmte Teile der Prüfung einsehen. Zudem biete man den Kunden spezifische Datenanalysen an, zu denen auch die Betrugserkennung gehöre. Freiling berichtet auch über Inventurprüfungen von Industrieunternehmen mittels Drohnen.

Mit dem „Process Mining“ kontrolliere EY, ob ein komplexer Prozess richtig und korrekt aufgestellt sei – beispielsweise, ob in Teilprojekten auch das Vier-Augen-Prinzip eingehalten werde. Daten wie Output oder Zeiten einzelner Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen würden dabei aber nicht erfasst. Mit dem Einsatz von Blockchain-Technologien sei man noch vorsichtig, da sich das Recht auf Löschung noch nicht realisieren lasse. „Wir wissen, aber, dass es Kunden gibt, die ihre Geschäfte über Blockchain laufen lassen“, so Freiling. Als Beispiel nannte er Tokio Marine mit einer bestimmten Versicherung für die Containerschifffahrt.

Text und Bild: Monika Lier

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