Assekuranz will mehr Möglichkeiten für Investments in Infrastruktur

Infrastrukturinvestments sind gefragt - Bild von Jason Goh auf Pixabay

Die Branche denkt Investments neu. Stolze 32 Milliarden Euro haben Versicherer im Jahr 2018 in Infrastruktur gesteckt. Das ist fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Branche würde ihr Engagement weiter ausbauen – doch vor allem in Deutschland mangelt es an Projekten.

Das Anlagevolumen stieg um rund 30 Prozent auf 32 Mrd. Euro, wie Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen. Seit 2014 hat sich der Bestand damit mehr als verfünffacht.

Mit dem stärkeren Fokus auf Infrastruktur versuchen die Unternehmen, unabhängiger vom Kapitalmarkt und den niedrigen Zinsen zu werden. Investitionen in den Energie- oder Telekommunikationssektor, die Gas- oder Wasserversorgung sowie den Straßenbau werfen planbare und stetige Erträge ab. Die Projekte passen mit ihren langen Laufzeiten auch gut zum Geschäftsmodell der Lebensversicherer. Ihr Anteil an den gesamten Kapitalanlagen der Erstversicherer liegt inzwischen bei 2,2 Prozent (2017: 1,6 Prozent) – und soll weiter steigen.

Versicherer wollen Engagement ausweiten

„Die Versicherer wollen ihr Engagement ausweiten“, sagt Tim Ockenga, Leiter der Abteilung Kapitalanlagen beim GDV. Ein Hindernis sei jedoch die geringe Zahl an Projekten – vor allem in Deutschland. Nicht einmal ein Fünftel der Infrastrukturinvestitionen entfällt auf den Heimatmarkt. „Der hohe Auslandsanteil ist nicht nur Folge der international ausgerichteten Investitionsstrategie, sondern auch dem geringen Angebot in Deutschland geschuldet. Es gibt hierzulande einfach zu wenige Vorhaben, an denen sich private Investoren beteiligen können“, glaubt der GDV-Mann.

Branche will mehr investieren

Für mehr Projekte dringt die Assekuranz auf eine Ausweitung öffentlicher Infrastrukturprojekte unter Einbeziehung privater Kapitalgeber. „Gerade in puncto Qualität, Termintreue und Kosteneffizienz schneiden solche Projekte gegenüber rein öffentlichen Bauvorhaben erwiesenermaßen oft besser ab“, so Ockenga.

Zugleich könne der Bund die Kommunen bei der Planung, Koordinierung und Umsetzung von Bauvorhaben unterstützen. Projekte kämen häufig allein schon deshalb nicht in Gang, weil es „in den Bauämtern an Personal fehle“. So bleibe viel Potenzial ungenutzt.

„Die Versicherer könnten einen großen Beitrag für die Modernisierung der Infrastruktur und das Gelingen der Energiewende in Deutschland leisten“, glaubt der GDV-Experte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.