Swiss Re verdrängt Munich Re von der Spitze
Swiss Re-Zentrale in Zürich. Bildquelle: mv
Der Wettbewerb um die Führung am globalen Rückversicherungsmarkt ist neu sortiert. Nach aktuellen Daten zu den 50 größten Rückversicherern der Welt der Ratingagentur AM Best hat Swiss Re im Geschäftsjahr 2024 die Munich Re dank IFRS 17 als weltweit größten Rückversicherer überholt. 2023 führten die Schweizer noch die Rangliste der nicht nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard bilanzierenden Unternehmen an.
Swiss Re führt die Rangliste der nach IFRS 17 bilanzierenden Gesellschaften mit Brutto-Rückversicherungseinnahmen von 36,2 Milliarden US-Dollar an. Munich Re, lange Zeit Branchenprimus, erzielte 2024 Einnahmen von 32,6 Milliarden Dollar und liegt nun auf Platz zwei. Dritter ist die Hannover Rück, die mit 27,5 Milliarden Dollar ihre Position im internationalen Wettbewerb behauptet. Dahinter folgen der französische Konzern Scor mit 16,8 Milliarden Dollar und China Re mit 5,9 Milliarden Dollar.
AM Best hat die weltweiten Branchengrößen erstmals in zwei Ranglisten getrennt aufgeführt: Unternehmen, die nach IFRS 17 berichten, werden anhand ihrer Bruttoerträge geführt. Rückversicherer ohne IFRS-17-Abschluss werden weiterhin nach ihrem Prämienvolumen bewertet.
Im Jahr 2023 war Swiss Re noch die Nummer eins in der zweiten Kategorie. Mit der Umstellung der Berichterstattung führt das Unternehmen nun die IFRS-17-Rangliste an.
Die Spitzenposition unter den Nicht-IFRS-17-Berichterstattern übernimmt Berkshire Hathaway. Der US-Konzern kam 2024 auf ein Prämienvolumen von 26,9 Milliarden Dollar. Auf Platz zwei liegt Lloyd’s mit 23,5 Milliarden Dollar, gefolgt von der Reinsurance Group of America (15,6 Milliarden Dollar), der Everest Group (12,9 Milliarden Dollar) und RenaissanceRe (11,7 Milliarden Dollar).
Auch deutsche Anbieter sind in diesem Ranking vertreten: R+V belegt mit rund 3,5 Milliarden Dollar Platz zwölf, die Deutsche Rück Rang 19 und die DEVK Platz 26.

Obwohl Munich Re die Spitzenposition im Umsatzranking an Swiss Re abgeben musste, weist der Konzern eine gute Schadenperformance auf. In der Nichtlebensrückversicherung erzielte Munich Re 2024 eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von lediglich 77,3 Prozent – ein Wert, der deutlich unter Branchendurchschnitt liegt und die Profitabilität unterstreicht.
Das Geschäftsjahr war von extremen Naturereignissen geprägt. Insbesondere die Waldbrände in Kalifornien im Januar sorgten für massive Verluste. Viele Rückversicherer mit Engagements in der Region meldeten ihre schwächsten Quartalsergebnisse seit Jahren. Ein erheblicher Teil der für das Jahr kalkulierten Katastrophenbudgets wurde bereits in den ersten Monaten aufgebraucht. Der weitere Jahresverlauf wird stark davon abhängen, wie die Hurrikansaison im Atlantik verläuft.
Autor: VW-Redaktion
