Assekurata: Versicherer setzen bei Kapitalanlagen verstärkt auf ESG-Kriterien

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Die Konjunkturaussichten haben sich in Deutschland in den letzten Monaten merklich abgekühlt, was nicht ohne Folgen für die Asset-Manager der Versicherungsunternehmen bleibt. Dennoch wird weiterhin in in Kapitalanlagen nach ESG-Kriterien investiert. Einer der Treiber sind die regulatorischen Anforderungen.

Laut einer aktuellen Analyse der Ratingagentur Assekurata ist die Motivation der Kapitalanleger zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien in erster Linie von den steigenden regulatorischen Anforderungen geprägt. Insgesamt gaben 89 Prozent der befragten Versicherungsunternehmen an, diesem Aspekt eine sehr hohe oder hohe Bedeutung beizumessen.

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Ebenso werden die allgemeine gesellschaftliche Bedeutung des Themas und die Verbesserung der eigenen Reputation häufig als Treiber genannt. Im Gegensatz dazu treten originäre finanzielle Motive, wie die Optimierung des Rendite-Risiko-Profils im Portfolio oder schlicht die Aussicht auf eine höhere Performance, in den Hintergrund.

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Allerdings seien ESG-Kriterien laut Assekurata mittlerweile auch in der Kapitalanlage von Versicherungsunternehmen weit verbreitet. Laut Umfrage geben rund die Hälfte der Befragten an, den ESG-Kriterien eine hohe Bedeutung beizumessen. Knapp 20 Prozent stufen sie sogar als sehr hoch ein. Im Gegenzug gibt es heute nur noch wenige Asset-Manager, die dem Thema eine geringe oder gar keine Bedeutung beimessen. Vor einigen Jahren sei die Tendenz hier noch deutlich uneinheitlicher gewesen.

Laut einer aktuellen Umfrage von Sirius Campus ist der Anteil des Themas trotz Vermittler-Richtlinie nur auf 34 Prozent gestiegen (2021: 20 Prozent). Dennoch machen dabei die Vertreter von Debeka, Barmenia oder Huk-Coburg einen guten Job.

Der Grund für diesen geringen Anteil einer ausführlichen Beratung zu nachhaltigen Lebens- und Rentenversicherungen sei vor allem die Kundenreaktion. So beobachtet ein Viertel der Ausschließlichkeitsvertreter (23 Prozent) Ablehnung und die Hälfte (56 Prozent) fehlendes Interesse an dem Thema.

Jedoch berichten 42 Prozent der Vertreter auch von positiven Überraschungen bei ihren Kunden. Etwas mehr als ein Viertel der Vertreter (28 Prozent) sind auf Beratung zum Thema Nachhaltigkeit spezialisiert und sprechen es in fast jeder Beratung zur Altersvorsorge an.

Autor: VW-Redaktion

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