Generali nimmt Investmentfirmen ins Visier

Palazzo Berlam, das Hauptgebäude der Generali in Triest. Quelle: Generali

Die Vermögenstochter der Generali will verstärkt Investmentfirmen kaufen, die sich auf die US-Kreditmärkte und erneuerbare Energien spezialisiert haben. Der Schritt ist eine der Säulen der Strategie des Unternehmens unter CEO Philippe Donnet. Demnach wollen die Italiener bis 2024 bis zu drei Mrd. Euro in Akquisitionen in den Bereichen Nicht-Lebensversicherung und Vermögensverwaltung stecken.

Seit 2017 hat der Triester Versicherungskonzern bereits mehrere solcher Unternehmen gekauft, darunter die französische Sycomore Asset Management, um das Angebot an umwelt- und sozialverträglichen Fonds zu erweitern, und die in London ansässige alternative Vermögensverwaltungseinheit der Bank of America, Lumyna.

„Wir wollen drei bis vier Milliarden Euro investieren, nach einem genauen Plan“, so der Konzernchef bereits im März 2021. Davon hatte die Generali bereits knapp anderthalb Milliarden Euro ausgegeben. Wichtigster Zukauf war demnach die Übernahme der portugiesischen Seguradoras Unidas im Oktober, die Generali mit einem Schlag vom Nischenanbieter zur Nummer zwei im Land machte. An Silvester 2020 übernahmen die Italiener zudem für 165 Mio. Euro die Griechenland-Tochter der Axa.

„Wir sind bestrebt, unsere Investitionskapazitäten durch den Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen an kleinen und mittelgroßen Unternehmen mit Fachkenntnissen in diesen Segmenten zu erweitern“, sagte Carlo Trabattoni, Leiter der Generali-Aktivitäten im Bereich Asset und Wealth Management, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach sei man bereits „in Gesprächen mit mehreren Investmentfirmen, die sich auf diese Bereiche konzentrieren“.

Dabei strebe der italienische Versicherer den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes für institutionelle Kunden, Fonds und Finanzinstitute durch die Eröffnung neuer Vertriebsbüros und die Einstellung von Mitarbeitern in der Schweiz, in Asien und in Großbritannien an. „Wir eröffnen ein Büro in Zürich, wo wir bis 2024 fünf Vertriebsmitarbeiter einstellen wollen“, so Trabattoni. „Anfang nächsten Jahres planen wir die Eröffnung eines Büros in London und Ende nächsten Jahres eines in Singapur.“

2021 stieg der Betriebsgewinn in der Vermögensverwaltung um 22,9 Prozent auf 672 Mio. Euro, was auf den Anstieg der verwalteten Vermögenswerte, die starke Performance der Finanzmärkte und das Wachstum der Erträge der Unternehmen, die Teil der Multi-Boutique-Plattform sind, zurückzuführen ist.

Autor: VW-Redaktion

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