Munich Re-Klimaexperte Rauch: “Die großen versicherten Schäden weltweit sind die Hurrikans in den USA”

Die Munich Re fürchtet sich besonders vor Naturkatastrophen. Quelle: Bild von O12 auf Pixabay

Die jüngsten Unwetter in Deutschland machen das Jahr 2021 zu einem der teuersten in der Geschichte der deutschen Versicherer. Klimaexperte Ernst Rauch sieht allerdings in den Hurrikans das größte Risiko für die Rückversicherer. “Die großen versicherten Schäden weltweit, in immer wiederkehrender Form, sind die Hurrikans in den USA.”

“Die Besonderheit an dem aktuellen Ereignis in Mitteleuropa ist nicht so sehr das Schadensbild, auch wenn es für deutsche und europäische Verhältnisse zunächst verstörend aussieht. Die humanitäre Dimension ist für Deutschland einzigartig und in diesem Fall das Besondere”, betont Rauch im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Zudem zeige die “globale Datenanalyse üblicherweise eine Korrelation zwischen Wohlstand, gemessen als Bruttosozialprodukt pro Kopf, und den Opferzahlen bei Naturkatastrophen. Auf den Punkt gebracht zeigt sich: Je ärmer Menschen sind, umso größer ist für sie die Wahrscheinlichkeit, in einer Naturkatastrophe ums Leben zu kommen. Deutschland ist in dieser Betrachtung sicher ein wohlhabendes Land. Angesichts der hohen Opferzahlen bei diesem Ereignis muss etwas substanziell schiefgelaufen sein in der Kette zwischen Warnung und Reaktion der Bevölkerung.”

Zudem sei “Bernd” “sicher eine absolut herausragende Naturkatastrophe, auch wenn es weltweit gesehen andere Größenordnungen gibt. Für Munich Re gehört es zum Kerngeschäft, weltweit Risiken aus Katastrophen oder Naturkatastrophen zu übernehmen, und wenn man in die jüngere Vergangenheit zurückschaut, dann war das bisher größte Naturkatastrophenereignis für die Versicherungswirtschaft 2005 der Hurrikan Katrina mit über 60 Mrd. Dollar versichertem Schaden. Dieser Vergleich zeigt vielleicht die Dimensionen”, konstatiert der Klimaexperte der Munich Re.

“Im Jahr der Elbeflut in Deutschland und angrenzenden Ländern 2002 und im Jahr 2013, das Jahr der letzten großen Elbe-Donau-Überschwemmung, lagen die versicherten Schadenssummen aus Naturkatastrophen in Deutschland in der Höhe von fünf beziehungsweise sechs Mrd. Euro. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat diese Summe auch auf den Gebäude- und Fahrzeugbestand von heute hochgerechnet: Das heißt, nach heutigem Wert lägen die Gesamtschäden bei neun respektive zehn Mrd. Euro”, so Rauch.

Autor: VW-Redaktion

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