Munich Re und Talanx heben Gewinnprognose für 2023 an

Torsten Leue (Talanx) und Joachim Wenning (Munich Re) befinden sich im Gleichschritt auf der Überholspur (Bildquelle: Talanx; Munich Re)

Die Munich Re blickt aktuell optimistisch auf die Entwicklung des Geschäftsjahres 2023. Allein im dritten Quartal erzielte der Rückversicherer einen Gewinn von 1,2 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr wurde die Gewinnprognose weiter angehoben. Die Talanx kommt zwar nicht an die Summe der Münchener heran, aber addiert ebenfalls Millionen zum geplanten Gewinn.

Das Ergebnis nach neun Monaten beträgt somit etwa 3,6 Mrd. Euro. Die Munich Re sei damit nach eigener Aussage auf einem sehr guten Weg, das bisherige Jahresziel von vier Mrd. Euro zu übertreffen. Daher wurde die Jahresprognose für 2023 auf ein Nettoergebnis von 4,5 Mrd. Euro angehoben.

In der Rückversicherung Leben/Gesundheit liege das versicherungstechnische Gesamtergebnis erneut über der Jahreserwartung, heißt es weiter. Die Ergo lieferte hingegen infolge gestiegener Schäden aus Naturkatastrophen ein Ergebnis „etwas unter dem sehr hohen Niveau der beiden Vorquartale“.

Allerdings stehe die Prognose unter Vorbehalt erhöhter Unsicherheiten aus geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, eines erwartungsgemäßen Großschadenverlaufs, der Gewinn- und Verlustauswirkungen gravierender Währungs- und Kapitalmarktbewegungen sowie signifikanter Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen und anderer Sondereffekte. Die finalen Quartalsergebnisse will die Munich Re am 8. November veröffentlichen.

Zum Vergleich: Die Halbjahreszahlen der Munich Re sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchwachsen ausgefallen, der Ausblick blieb dennoch optimistisch. Trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs von 3,07 Mrd. Euro auf 2,43 Mrd. Euro und eines gefallenen Konzernergebnisses um 440 Mio. Euro auf 1,15 Mrd. Euro sieht sich der Rückversicherer beim Strategie-Programm Ambition 2025 auf Kurs.

Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli ging das Geschäftsvolumen auf 3,6 Mrd. Euro (minus 1,9 Prozent) zurück. Munich Re stoppte Geschäft, das nicht den erwarteten Preisen und Bedingungen entsprach. Zum Juli wurde vor allem Geschäft in Nord- und Südamerika, Australien sowie mit globalen Kunden erneuert.

Talanx addiert 100 Mio. Euro hinzu

Der Versicherungskonzern Talanx rechnet ebenfalls nach unerwartet guten Geschäften mit mehr Gewinn im laufenden Jahr. Der Überschuss soll statt über 1,4 Mrd. jetzt „deutlich mehr“ als 1,5 Mrd. Euro erreichen, wie der im MDax gelistete Konzern überraschend am Montagabend in Hannover mitteilte. Für die ersten neun Monate rechnet der Vorstand vor allem dank eines „starken operativen Ergebnisses“ in der Erstversicherung mit einem Gewinn von mehr als 1,25 Mrd. Euro. 

In diesem Jahr haben die Niedersachsen das bislang wohl beste Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte verbucht. Der Gewinn der Talanx stieg um 21 Prozent, weil Großschäden ausblieben, aber dafür die Zinsen stiegen.

Autor: VW-Redaktion

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