Wie Corona das Risikobewusstsein verändert

Kommt die Impflicht bei den Versicherern? Bild von Tumisu auf Pixabay

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Gesundheitszustand aus? Die Ratingagentur Assekurata ist dieser Frage nachgegangen. Ein Ergebnis: 22 Prozent der Befragten geben an, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kontroll-/Vorsorgetermine 2020 nicht wahrgenommen haben. Auffällig ist dabei, dass Frauen mit 27 Prozent weit häufiger ihre Termine nicht wahrgenommen haben als Männer (15 Prozent).

Als Hauptgrund für die Unverbindlichkeit in puncto Terminwahrnehmung nennen 54 Prozent die Ansteckungsgefahr sowie Terminverschiebungen.

Allerdings wirke sich die Pandemie – wenig überraschend – auch auf die Lebensqualität aus, so Assekurata weiter. Während jeweils mehr als 70 Prozent angeben, sowohl mental als auch körperlich keine Veränderungen zu spüren, hat sich seit Beginn der Pandemie bei rund 44 Prozent die Lebensqualität verschlechtert.

Haupttreiber dafür seien die Kontaktbeschränkungen, entfallende Freizeitmöglichkeiten und berufliche Belastungen. 22 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihr mentaler Gesundheitszustand (Burn-out, Depression und Angststörungen) verschlechtert hat.

Aon: Corona verändert Risikobewusstsein der Unternehmen

Darüber hinaus haben viele Unternehmen die Risiken durch eine Pandemie nicht auf dem Schirm gehabt. Für 82 Prozent der Unternehmen gehörten vor COVID-19 eine Pandemie oder andere größere Gesundheitskrisen nicht zu den TOP 10-Risiken. 31 Prozent hatten keine Vorsorge für eine Pandemie getroffen, heißt es in einer aktuellen Analyse von Aon.

“Für Unternehmen geht es jetzt darum, sich wirkungsvoll in eine zukunftsfähigere Position zu bringen. „Priorität dabei haben laut unserer Studie vor allem drei Bereiche: der klare Blick auf langwierige und neu auftretende Risiken, der Aufbau einer widerstandsfähigeren Belegschaft und den Zugang zu Kapital zu überdenken. Unternehmen brauchen neue, nachhaltige und flexible Lösungen, um sich in einem immer komplexeren und volatileren Umfeld zu behaupten – übrigens nicht nur bestimmt durch Pandemien, sondern ebenso durch Entwicklungen wie zum Beispiel Cyberrisiken, aber auch durch Klimawandel und den Einfluss geopolitischer Veränderungen auf Supply Chain Ketten.”

Kai Büchter, CEO von Aon Commercial Risk Solutions, Health Solutions & Affinity

Allerdings habe Corona die Einschätzung von langwierigen und neu auftretenden Risiken durch Unternehmen fundamental verändert. In einer von Aon im Vorjahr (2019) durchgeführten globalen Umfrage unter mehr als 3.000 Risikomanagern lagen eine Pandemie und andere Gesundheitskrisen noch auf Platz 60 von 69 identifizierten Risiken. Entsprechend fiel es jetzt vielen Betrieben schwer, schnell zu reagieren und Notfallpläne umzusetzen. Die Studie lege zudem nahe, dass viele Unternehmen ihrem Risikomanagement einen Reset verordnen müssen.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen geht übrigens davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch länger als ein Jahr andauern werden. “Viele Unternehmenslenker überlegen, wie sie in den Aufbau einer größeren Widerstandsfähigkeit und Agilität investieren sollen. Schwerpunkte sind dabei der Einsatz neuer Technologien, die Widerstandskraft von Mitarbeitern und der Schutz von Vermögenswerten”, berichtet Martin Stumpe, Executive Director Multinational Clients bei Aon.

Autor: VW-Redaktion

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