Private Krankenversicherer verschärfen tödliche Corona-Situation in den USA

Krankenhausbetten sind in den USA Mangelware - Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

„Wir haben vom Federal Emergency Management Agency 400 Beatmungsgeräte geschickt bekommen, wir brauchen aber 30.000“. Sie können die 26.000 Leute aussuchen, die sterben, weil sie nur 400 Beatmungsgeräte geschickt haben, zürnt New York Gouverneur Andrew Cuomo in einer Video-Botschaft gen Washington. Die Lage in den USA ist dramatisch und die privaten Krankenversicherer verschärfen die Krise.

Die Vereinigten Staaten haben inzwischen laut US-Experten mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land, die Anstiegskurve ist steiler als in Italien oder Spanien, den bisherigen Hauptkrisenländern.

Quelle: Twitter, Laurie Garret

In solchen Zeiten kämpfen sicher alle gemeinsam gegen das Virus; sollte man meinen. Doch der US-Präsident streitet mit General Motors um den Preis für dringend benötigte Beatmungsgeräte, wie die NY Times meldet, die ihren Sitz im amerikanischen Epizentrum des Virus hat.

In einer solchen Krise wird jedes Krankenhausbett benötigt, doch das amerikanische Gesundheitssystem erschwert die Verteilung. Die benötigten Kapazitäten werden teilweise von Menschen belegt, die ohne Infektion und komplett stabil auf ihre Entlassung warten. Das Problem sind aber nicht die Krankenhäuser oder die Patienten, sondern die privaten Krankenversicherer. Sie autorisieren die nächsten Behandlungsschritte nicht und verstopfen so die Krankenhäuser, meldet der Guardian.  

Diese unzureichende Kommunikation sei für amerikanische Verhältnisse nicht ungewöhnlich, in Krisenzeiten jedoch potenziell tödlich, erklärt Augie Lindmark, eine Doktorin an der Yale University und dazugehörigem Krankenhaus.

Private Anbieter im Feuer

Bereits vor Corona fielen viele private Anbieter durch „einschränkende und verwirrende Entscheidungen“ im medizinischen Bereich negativ auf, doch unter den oben beschrieben Zuständen ist es besonders tragisch. „Sie machen Gesundheit für das Geld, nicht für die Menschen“, zürnt Judd Hollander, Doktor und Professor an der Thomas Jefferson University in Philadelphia.

Ein von Jefferson (mit-) implementiertes Telemedizin-Programm scheiterte aktuell am verwirrenden System von Bund, Ländern und privaten Versicherern. Genau dieser Weg würde vielen Amerikanern in solch einer Situation den schnellen und günstigen Arztbesuch verschaffen und Krankenhäuser entlasten. Das Problem ist wie so häufig Geld.

„Die privaten Anbieter haben nicht klar kommuniziert, dass sie die Kosten für die Telemedizinberatungen übernehmen“, erklärt Vipul Patel ein orthopädischer Chirurg in Brooklyn.  

Unklare Erstattung, eine chaotische Bettenpolitik und nicht vorhandenes Material bei sehr stark steigenden Infektionskurven, die Vereinigten Staaten haben ein massives Problem.

Autor: VW-Redaktion

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