Munich Re-Expertin Anja Rädler: „Die verschiedenen Wettermodelle sind sich fast einig, dass wir im Pazifik in diesem Sommer in eine La-Niña-Situation rutschen“

Quelle: Bild von David Mark auf Pixabay

Munich Re warnt in diesem Jahr vor einer besonders heftigen Hurrikan-Saison. Grund für die Prognose des Rückversicherers sind extrem hohe Temperaturen im Atlantik. Für Asien wird eine vergleichsweise milde Sturmsaison erwartet. Eine hohe Zahl von Stürmen bedeutet durchaus ein erhöhtes Risiko, muss aber nicht automatisch mit katastrophalen Ereignissen einhergehen.

Munich Re-Klimaexpertin Anja Rädler erwartet in diesem Sommer im Nordatlantik eine überdurchschnittliche Sturmaktivität und rechnet vor, dass man in den vergangenen 30 Jahren im Schnitt 15 benannte Stürme hatte, während dieses Jahr laut Wettermodellen mit 23 plus/minus 4 zu rechnen sei. Davon könnten sich 11 plus/minus 3 zu Hurrikans entwickeln, was Böen von der Windstärke zwölf oder mehr bedeutet.

Im westlichen Pazifik wird zwischen Phasen wärmerer und kühlerer Wassertemperaturen unterschieden. Erstere bezeichnet man als El Niño, letztere als La Niña. Im Fokus der Stürme stehen der Südosten der USA und die Karibik. Die Kombination aus sehr hohen Wassertemperaturen im östlichen Atlantik und einer erwarteten La-Niña-Phase im westlichen Pazifik begünstigt laut Einschätzung von Munich Re die Entstehung tropischer Wirbelstürme.

Munich Re-Klimaexpertin Anja Rädler. Bildquelle: privat

Rädler und ihr Team beobachten im Nordatlantik seit knapp eineinhalb Jahren Temperaturen auf Rekordhöhe ein bis zwei Grad über dem Durchschnitt von 1982 bis 2011. Im westlichen Pazifik seien kühle Wassertemperaturen auch ein Faktor, der die Entstehung von Hurrikans begünstigen könne. Tropische Wirbelstürme benötigen für ihre Entstehung eine Oberflächentemperatur des Meerwassers von 26 bis 27 Grad Celsius.

„Dieses Jahr scheinen auch die Prognosen etwas sicherer als üblich, weil die Wassertemperaturen im Atlantik extrem hoch sind und sich im Pazifik bereits abzukühlen beginnen“, erklärt Rädler gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Die verschiedenen Wettermodelle sind sich fast einig, dass wir im Pazifik in diesem Sommer in eine La-Niña-Situation rutschen.“ Beginnen könnte diese im Juli. 

Ein schwerer Sturm könne auch in einer eher ruhigen Phase schwere Schäden anrichten, sagt Rädler. „Umgekehrt bedeuten viele Stürme nicht unbedingt hohe Schäden, sofern diese Stürme nicht die Küste treffen“, sagte Rädler. Im Vergleich dazu könnte es nach Angaben der Expertin ruhig mit eher weniger Taifunen als üblich im Pazifik zugehen. 

Autor: VW-Redaktion

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