Provisionsdeckel: Vermittler vorbereitet und kampfbereit

Der Provisionsdeckel bietet laut Vermittlern auch viele Möglichkeiten. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die drohende Provisionsbegrenzung beunruhigt Vermittler und Makler, doch sie sehen vor allem die Chancen. Die Verkaufenden sind der Meinung, dass die Nettotarife und die Honorarberatung von der Entwicklung profitieren werden, wie eine Befragung von Liechtenstein Life Assurance AG (LLA) auf der diesjährigen DKM zeigt.

Jeder zweite der Verkäufer hält ein massenhaftes Vermittlersterben im Falle der Einführung eines Provisionsverbotes nach Vorbild Großbritanniens für möglich. Doch 40,3 Prozent würden in einem Provisionsverbot auch eine „Herausforderung für die Branche“ sehen. Immerhin 7,7 Prozent sind der Auffassung, dass ein Provisionsverbot zu einer qualitativen Verbesserung der Versicherungsprodukte führen würde, wie die Umfrage von LLA zeigt.

Kürzlich hatte eine Umfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung gezeigt, dass der Provisionsdeckel zu einem Minus von durchschnittlich 27 Prozent bei den jährlichen Provisionserlösen führen würde.

Sieger Honorarberatung?

Auf mögliche Konsequenzen eines Provisionsverbotes angesprochen, ist sich eine Mehrheit von 45,5 Prozent sicher, dass die Honorarberatung gestärkt daraus hervorgehen werde. Allerdings geben 44,2 Prozent der Befragten zu bedenken, dass die Kosten an anderer Stelle steigen würden. Immerhin 44,2 Prozent glauben, dass die Nettopolice eine geeignete Antwort auf den Deckel wäre.

„Die bestehende Unsicherheit über eine mögliche Einführung eines Provisionsdeckels hat die Versicherungslandschaft letzten Endes kreativ beflügelt. Allein in diesem Jahr wurden zahlreiche Lösungsmöglichkeiten entwickelt, Nettoprodukte entworfen und alternative Vertriebskonzepte vorgestellt. […] Die Befragung […] spiegelt nicht nur Ängste der Makler wider, sondern beweist auch, dass der Markt bereits Antworten gefunden hat, bevor der Regulator die entscheidende Frage gestellt haben wird“, kommentiert Stephan Bruckner, Head of Sales Germany der Liechtenstein Life Assurance:

Am der Umfrage nahmen 77 Experten teil, darunter 57,1 Prozent Makler, 10,4 Prozent sonstige Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen, 5,1 Prozent Ausschließlichkeitsvertreter und 1,3 Prozent Honorarberater.

Autor: VW-Redaktion

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