Swiss Compare: Regulierung kostet Vermittler Zeit und Geld

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die Regulierung setzt die Vermittler sowohl zeitlich als auch finanziell immer mehr unter Druck. Konnte das Gros der Vermittler vor der Regulierungswelle durch MiFID I und die EU-Vermittlerrichtlinie in 2007 noch mehr als drei Viertel ihrer Arbeitszeit für die Kundenberatung aufwenden, bleibt heute weniger als die Hälfte der Zeit für ihre Kerntätigkeit.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Trendstudie von Swiss Compare. So bleibe den Vermittlern demnach immer weniger Raum für ihre Beratungs- und Vermittlungstätigkeit. 65,9 Prozent der 244 befragten Vermittler möchten ihre Zeit lieber vollumfänglich in die umfassende Kundenberatung investieren, heißt es weiter. Zudem würden sich 17,5 Prozent gern vermehrt dem Recruiting widmen und neue Mitarbeiter gewinnen. Mehr Zeit für die eigene Weiterbildung wünschen sich 11,7 Prozent der Befragten.

Desweiteren gehe die fehlende Zeit für Kundenberatung und Recruiting auch mit finanziellen Einbußen einher.Kerngeschäft zu konzentrieren. Und das geht mit wirtschaftlichen Einbußen einher: 81,7 Prozent schätzen den finanziellen Verlust ihres Betriebes durch die vergangenen Regulierungsmaßnahmen auf bis zu 30 Prozent, knapp jeder Fünfte verzeichnet sogar einen höheren Ausfall. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Vermittler laut Trendstudie immens: 97,3 Prozent der Studienteilnehmerglaube, dass diese seit 2007 mehr geworden seien.

Auch die Chancen des Marktes werden kritisch gesehen. Über die Hälfte der Vermittler bewertet diese schlechter bzw. viel schlechter als noch vor zwölf Jahren. Etwa die Hälfte der Befragten fürchtet durch die geplante Einführung eines Provisionsdeckels oder der BaFin-Aufsicht zusätzliche finanzielle Einbußen zu erleiden. 87,5 Prozent prophezeien einen leichten bis starken Rückgang der Vermittlerzahlen in den nächsten fünf Jahren.

Zudem möchten 23,1 Prozent der Befragten möchten im kommenden Jahr ihr Produktportfolio erweitern, 21 Prozent ihr Geschäftsfeld. Das Eingehen einer strategischen Partnerschaft kommt für 17,7 Prozent der Vermittler in Frage. Einen Marktaustritt befürchten 6,5 Prozent.

„Durch die zunehmende Regulierung geraten Vermittler noch mehr unter Druck als sie es seit der letzten Regulierungswelle sowieso schon waren. Sie können ihrer Kerntätigkeit – der ganzheitlichen Kundenberatung – nicht mehr nachgehen und suchen verständlicherweise nach Alternativen: andere Geschäftsfelder, neue Produkte oder strategische Partnerschaften“, erklärt Uwe Baumann, Direktor bei Swiss Compare.

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