Blockchain für Versicherer: Hype, hope oder hybris?

Auf große Resonanz stieß der MCC-Kongress "IT-Optionen für Versicherungen" in Düsseldorf. (Quelle: Alexander Kaspar)

Bei aller Euphorie um die Chancen der Digitalisierung drohen etwaige Nachteile und Risiken in der öffentlichen Diskussion manchmal unter den Tisch zu fallen. Wo liegen die Grenzen der Künstlichen Intelligenz (KI), was leisten Chatsbots tatsächlich und was bedeutet überhaupt die Blockchain? Bevor die sich weiter beschleunigende Digitalisierung mit immer neuen Anwendungen und Begrifflichkeiten für Verwirrung sorgt, ist es notwendig, auch das bisher erreichte auf den Prüfstand zu stellen und die Risiken von den Chancen zu trennen.

Herausforderung Blockchain – Prozesseffizienz und Vertrauen oder Konkurrenz für die Assekuranz? So hatte Jörg Puchan, Professor für angewandte Informatik an der Hochschule München, seinen Vortrag überschrieben, um den Finger tief in die digitale Wunde zu legen. Denn aus Sicht des Wissenschaftlers stellt sich nämlich die Allzweckwaffe Blockchain, als nicht so unproblematisch dar wie sie in der Öffentlichkeit gerne gesehen wird. Wird die Blockchain die Welt verändern?

Nicht unbedingt, so Puchan, aber sie wird ein wichtiges Tool der Zukunft sein. Vor allen Dingen löst die Blockchain keine Sicherheitsprobleme, vielmehr kann sie sogar selber welche schaffen, wenn z.B. das falsche Modell gewählt und sensibel Daten nicht ausreichend geschützt werden, Stichwort Datenschutzgrundverordnung. „Code is law“, der Programmcode ist Gesetz, lautet eines der Axiome der Blockchain woraus sich weitere Probleme ergeben können: Das Risiko einer Fremdsteuerung, die ohne Rücksicht auf Begleitumstände Entscheidungen exekutiert und über sogenannte „smart contracts“ Automatismen auslöst, schließlich kann in der Blockchain nicht einfach gelöscht werden, wenn die Daten dezentral weltweit gespeichert wurden. Für und Wider, Chancen und Risiken der Blockchain erklärt der Forscher hier im Video:

Wir sind heute nicht mehr in der Position zu fragen, was Computer können, denn sie können schon fast alles, wir stehen vielmehr vor der Frage, was Computer können sollen! Auf diese Aussage lässt sich die Haltung des IT-Giganten Microsoft, auf dem MCC-Seminar „IT-Optionen für Versicherungen“ vertreten von Alexander Britz, Leiter im Geschäftsbereich Digitale Business Transformation & KI bei Microsoft Deutschland GmbH, zusammenfassen.

Für einen Softwarehersteller nachdenkliche Töne schlug Britz in seinem Vortrag an, als er auf die Risiken der Künstlichen Intelligenz hinwies: Transparenz, Vertrauen und Fairness wären bei der Anwendung von KI wesentliche Faktoren, so Britz weiter, schließlich müsse der Mensch sich selber Grenzen setzen denn er trägt auch die Verantwortung bei der Umsetzung. Wie sich das Microsoft hier genau vorstellt erläutert Alexander Britz hier im Video:   

Ralf Stankat, Mitglied des Vorstandes bei der Basler Versicherung gab in seinem Vortrag spannende Einblicke in die Operation am offenen Herzen: „Der Weg in ein modernes Standard-Kernsystem“ lautete die Überschrift zu seinem Vortrag und damit war nicht weniger gemeint, als die Installation eines neuen Systems bei laufendem Geschäftsbetrieb. Wie dies konkret vonstattengeht erklärt der Manager hier im Video:

Den nächsten Level der Digitalisierung beleuchtete Sebastian Pitzler, Geschäftsführer InsurLab Germany e.V.. 1500 neue Start-ups im Bereich Banken und Versicherungen tummeln sich laut Pitzler derzeit am Markt und diese haben bis heute rund 29 Mrd. Euro über das Funding eingesammelt. Das offenbart das riesige Interesse, welches die Branche selbst und solche die sie gerne penetrieren wollen.

InsurTech-Start-ups sind ein globales Phänomen geworden, gleichzeitig gibt es z.B. mit Wefox, Friendsurence, oder auch Simplesurance vielversprechende Modell auch aus Deutschland. Ihnen allen gemein ist, dass sie sich entlang der Wertschöpfungskette orientieren. Gleichzeitig explorieren auch die großen Player neue Geschäftsfelder, es ist eine produktive Allianz, die sich da zusammenfindet. Innovationen, Trends und neue Modelle stellt Pitzler hier im exklusiven Videointerview mit VWheuteTV vor: 

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz gab Alexander Kern, Bereichsleiter Business Development bei BiPro e.V. Einblicke in die nmächsten Pläne des Prozessoptimierers. „BiPro-RNext – Digitale Vernetzung in der Assekuranz“ lautete das Motto seines Vortrages. Was aus dieser Richtung Neues auf die Häuser und angeschlossenen Makler und Vertreter zukommt, erklärt Kern hier gegenüber VWheuteTV:

Autor: Alexander Kaspar

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