Weltmeisterin Malaika Mihambo im Interview: „Die Inter-Partnerschaft macht mir weiter Spaß“

Malaika Mihambo im Sommer 2022. Quelle: mv.

Mit Malaika Mihambo ist der Inter ein Volltreffer gelungen. Nicht nur räumt die Weitspringerin jede sich bietende Medaille ab, u.a. Doppel-Weltmeisterin und Olympiasiegerin. Die Werbeträgerin der Mannheimer ist klug, bescheiden und reflektiert. VWheute hat mit Frau Mihambo im Gym der Inter in Mannheim gesprochen und u.a. erfahren, warum sie dem Versicherer trotz steigendem Marktwert gerne die Treue hält.

VWheute: Sie wollen einfach nicht aufhören zu gewinnen; Gratulation. Ist der Weltrekord das nächste große Ziel?

Malaika Mihambo: Wir schauen mal. Ich habe momentan Bestleistungsniveau, aber das Erreichen von Zielen ist im Weitsprung nicht einfach. Meine Bestleistung von 7,30 m ist in den gesamten 2000ern nicht häufig erreicht worden, doch der Rekord von 7,52 m (Galina Tschistjakowa; URS 1982) ist im Weitsprung eine Welt. Ich sehe das locker, es gibt auch gute Sportler ohne Weltrekord. In vielen etablierten Sportarten bestehen die Weltrekorde bereits lange; es ist nicht einfach, sie zu brechen. Ich bleibe bescheiden und arbeite an meinen Fähigkeiten.

VWheute: Hat sich durch die Erfolge ihr Marktwert verändert?

Malaika Mihambo: Ja, das Heraufarbeiten von Europa- zur Weltmeisterin inklusive Olympiasieg macht sich bemerkbar. Hinzu kommt die kontinuierliche Medienarbeit und Fernsehsendungen; die einen kennen einen aus einer TV-Sendung, die anderen vom Stadion. Der Marktwert folgt dem Wiedererkennungswert.

VWheute: Aber Sie bleiben der Inter treu?

Malaika Mihambo: Ja, die Partnerschaft macht mir Spaß und ich wertschätze lange und stabile Beziehungen. Mir ist es wichtig, gemeinsam zu wachsen und ich fühle mich als Mensch wertgeschätzt, auch bei Niederlagen. Ich freue mich, dass wir den Vertrag bis 2024 verlängert haben.

Mit Tee und frischer Weltmeisterin-Medaille: Malaika Mihambo. Quelle: mv

VWheute: Sie wollten zum Training und Leben nach Houston (USA), aufgehoben oder aufgeschoben?

Malaika Mihambo: Wegen Corona hat der Wechsel leider nicht funktioniert, vor den Olympischen Spielen war es dann zu knapp. Doch es hat sich glücklicherweise ergeben, dass ich beim Bundestrainer Ulrich Knapp trainieren kann, was sportlich wie menschlich sofort gut funktioniert hat. Das wertschätze ich und will es auch weiter wertschätzen. Wir sind beide sehr weltoffen, weswegen ein Trainingslager in Amerika nicht ausgeschlossen ist. Mich würde ein sportlicher wie kultureller Tapetenwechsel reizen.

VWheute: Klingt nicht nach Karierende.

Malaika Mihambo: Ich habe noch Lust auf Sport, das Karriereende ist noch ein Stück entfernt. Mein Umweltmanagement-Studium will ich in meine Nachsportkarriere mitnehmen und mich für Menschen und Umweltschutz einsetzen. Ich sehe mich eher in diesem Feld, statt im Sportbereich.

VWheute: Was ist mit ihrer eigenen Absicherung, wir sprachen das letzte Mal darüber.

Malaika Mihambo: Für einen Leistungssportler ist das nicht günstig, mir war es persönlich zu teuer.

Malaika Mihambo und VWheute-Redakteur Maximilian Volz im Gym der Inter 2022. Quelle: mv

VWheute: Brauchen Sie das noch oder sind Sie finanziell abgesichert?

Malaika Mihambo: Ich weiß gar nicht, wie viel man zum Ausgesorgt sein braucht und kann daher gar nicht sagen, ob ich mich schon in die Lage der Vorruheständlerin gearbeitet habe. Das ist aber auch egal, denn ich kann mir nicht vorstellen, nicht zu arbeiten.

VWheute: „Wer sich als Athlet öffentlich äußert, muss sich seiner Vorbildfunktion bewusst sein“, sagten sie einmal. Was macht sie als Vorbild aus?

Malaika Mihambo: Personen werden unterschiedlich inspiriert. Ich finde es schön, Menschen durch mein Tun und Sein dazu zu bringen, den eigenen Weg zu gehen und füreinander einzutreten. Persönlich stehe ich für Fleiß und Disziplin und bin gleichzeitig reflektiert und bescheiden. Ich versuche, über andere Menschen nachzudenken und zu helfen.

Die Fragen stellte Maximilian Volz

Ein Kommentar

  • Joachim Busse

    Guten Morgen,sie sind nicht nur auf dem Sportplatz sehr beeindruckend. LG
    Joachim Busse(Weitsprung 8.12m 1981)

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