Weltmeisterin und Inter-Repräsentantin Mihambo: „Nur wenn ich mit mir im Reinen bin, kann ich auch gut springen“

Malaika Mihambo. Quelle: Inter

Malaika Mihambo ist Weltmeisterin und Inter-Werbeträgerin. Bei der Leichtathletik-WM in Dubai krönte sich die 25-jährige mit unfassbaren 7,30 Meter zur Weitsprung-Weltmeisterin. In einer persönlichen Unterhaltung spricht die geerdete und gewinnende Athletin über ihren Sponsor Inter, Meditation und Berufsunfähigkeitsschutz.

Damit vor dem Interview klar ist, von welche Klasse einer Athletin gesprochen wird, der Goldsprung:

VWheute: Wie stark stieg das Medieninteresse nach den 7,30 Meter und Weltmeister-Gold.

Malaika Mihambo: Es steigt natürlich. Doch mir macht es Spaß verschiedene Dinge zu machen, beispielsweise in einer Talkshow zu sein.

VWheute: Vor dem großen Sprung standen Sie nach einem Fehlversuch vor dem Aus. An was denkt man in so einer Situation?

Malaika Mihambo: Ich habe mich hingesetzt, kurz meditiert und meinen Atem kontrolliert, bin zur Ruhe gekommen. Wichtig war mir, mich auf konstruktive Dinge zu konzentrieren, also auf das, was ich als nächstes tun werde.

VWheute: Klingt wohl einfacher, als es ist. Trainieren Sie das Mentale wie das Körperliche?

Malaika Mihambo: Ja, ich mache Mentaltraining, aber ich versuche es ganzheitlich zu sehen. Nur wenn ich mit mir im Reinen bin, kann ich auch gut springen.

VWheute: Wie sind Sie zur INTER Versicherungsgruppe als Sponsor gekommen, macht so etwas der Trainer nebenberuflich oder haben Sie einen Manager, wie ist der Ablauf?

Malaika Mihambo: Das lief über das Management, man lernt sich kennen und merkt dann wie hier schnell, dass alles passt. Die Menschen bei der Inter sind alle sehr nett und offen.

VWheute: Kann ich nur bestätigen, aber warum überhaupt ein Versicherer?

Malaika Mihambo: Als Sportler braucht man einen Rückhalt und Sicherheit, nur daraus und aus einem gesunden Körper können wir unsere Profession verfolgen, daher passen Sport und Versicherung gut zusammen.

VWheute: Wie geht man an Absicherung als Sportler heran?

Malaika Mihambo: Ich habe schon früh in meinem Leben in meinen Körper hineingehört und erfühlt, was mir guttut und was nicht. Mein Trainer, Ralf Weber von der LG Kurpfalz, ist da sehr aufgeschlossen. Aus diesem Selbstfokus heraus war mir Absicherung schon immer wichtig.

VWheute: Sie haben schon früh an Amateur-Wettbewerben teilgenommen, ab wann ist ein Leichtathlet eigentlich Profi?

Malaika Mihambo: In das Profitum rutscht man hinein, alles wird professioneller, das Training, die Ernährung, das Management, einfach alle Aspekte. Man versucht mit Partner und Ausstattern alles zu stabilisieren und optimieren. Darüber hinaus geht man häufiger zum Arzt oder Physiotherapeuten. So entsteht am Ende etwas Ganzeinheitliches.

VWheute: Sie sind 25 und Weltmeisterin, kam irgendwann der Gedanke an Absicherung?

Malaika Mihambo: Ich habe noch keine Berufsversicherung für den Sport, habe mich aber schon informiert. Es hat mich allerdings nichts angesprochen. Ich war auch schon einmal schwerer verletzt, als ich daheim auf der Treppenstufe ausrutschte.

VWheute: Ein Klassiker des Unfalls. Wie gehen Sie mit dem Gedanken an Verletzung um?

Malaika Mihambo: Ich gehe bewusst durchs das Leben, eine Verletzung kann schnell passieren, aber ich fürchte mich nicht davor. Ich versuche mein Leben wach, klar und frei zu gestalten und meinen Sport wie auch mein Leben zu genießen.

VWheute: Das können Sie noch einige Jahre tun, sie sind jung.

Malaika Mihambo: In der Leichtathletik erreicht man mit Mitte 20 seinen körperlichen Höhepunkt, aber ich glaube, das ist nur das Physische. Dazu kommt noch die mentale Komponente und bei diesem Aspekt sind ältere Athleten klar im Vorteil. Ich komme langsam in den Bereich, in dem ich von einem größeren Erfahrungsschatz zehren kann. Viele Konkurrentinnen kommen mit 27 auf ihr Höchstlevel, bis dahin habe ich ja noch zwei Jahre. Im besten Fall kann ich den Sport noch zehn Jahre praktizieren.

VWheute: Sie studieren noch nebenbei.

Malaika Mihambo: Es ist wichtig, eine duale Karriere zu verfolgen. Eine Sportkarriere kann schnell vorbei sein, das muss nicht nur physisch bedingt sein, es kann auch mentale Gründe haben.

VWheute: Macht ein Sportler Versicherungen selbst.

Malaika Mihambo: Ich mache das alles selbst, einiges wird aber über den Olympia- oder Sportbund abgewickelt. Viele alternative Methoden werden aber allerdings von der Krankenkasse nicht übernommen, das muss man dann auch mal selbst zahlen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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