Stefan Knoll (DFV) fordert neuen Oberbürgermeister in Frankfurt

Stefan Knoll, CEO der DFV. Quelle: DFV

„Was gesagt werden muss“. Das ist nicht nur der Titel eines umstrittenen Gedichtes von Günter Grass, für Stefan Knoll ist es Teil seines Wesens. Der CEO der Deutschen Familienversicherung vertritt seine Meinungen offen und macht sich damit mitunter angreifbar.

„Frankfurt braucht einen anderen Oberbürgermeister“, erklärte Knoll im Rahmen eines Fußballspiels in der Business-Loge der Eintracht Frankfurt, deren Sponsor die DFV ist. Wer sich nicht in der Frankfurter Lokalpolitik auskennt, dem sei die Sachlage kurz dargestellt.

Zübeyde Feldmann wurde als Leiterin der AWO-Kita „Freundschaft“ zu hoch bezahlt und soll zu Unrecht mit einem Dienstwagen ausgestattet worden sein. Frau Feldmann ist aber nicht nur die Leiterin des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt, sondern auch die Ehegattin des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD). Ob und wie der SPD-Mann an der Angelegenheit beteiligt ist, wird aktuell untersucht. Die ganze Angelegenheit hat mindestens ein Geschmäckle.

Alle gegen Feldmann

Die FAZ, nicht zwingend das Kampfblatt der Sozialdemokratie, hatte den Fall mehrfach aufgegriffen und berichtet. Die Zeitung hat auch die aktuelle Äußerung Knolls veröffentlicht. Dieser habe sich in der Club-Lounge in Rage geredet und gegenüber der AWO und Feldmann ausgeteilt.

Die Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt sei eine Skandalorganisation, die vom rechten Pfad abgekommen sei, „dass einem die Haare zu Berge stehen“. Knoll sprach auch von „Machenschaften mit stark mafiösen Tendenzen“. Die Zustände bezeichnet er als „unerträglich“. Wer Herrn Knoll kennt, der weiß, dass es alles andere als ausgeschlossen ist, dass er sich in Rage redet und unverblümt seine Meinung äußert.

In seiner AWO-Einschätzung scheint Knoll richtigzuliegen, offensichtlich hat der Verband tatsächlich Probleme. Kürzlich hatte der langjährige Vorsitzender der Wiesbadener AWO, Wolfgang Stasche, seinen Rücktritt erklärt. Die Vorfälle seien nur „schwerlich mit den Grundwerten eines Sozialverbandes“ zu vereinbaren, erklärte er im Zuge des skizzierten Skandals.

Einmal in Schwung, teilt der CDU-Mann Knoll weiter aus. „Das alles ist ein roter Sumpfbrei, in den man hineinlangt.“ Der Oberbürgermeister sei an dem „AWO-Sumpf“ beteiligt und müsse daher zurücktreten. „Die Stadt brauche keinen, der von einem solchen Selbstbedienungsladen profitiere.“

Ob Herr Knoll die Kritik auch (so) geäußert hätte, wenn der Oberbürgermeister ein CDU-Mann wäre, weiß nur er. Ob es klug war, den Stadtchef der Finanzmetropole inklusive regierender Partei so offen zu kritisieren, ist schwerlich einzuschätzen. Seine offene Positionierung ist aber in jedem Fall einhundert Prozent Stefan Knoll.

Autor: VW-Redaktion

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