Allianz baut Dominanz im deutschen Markt aus

Allianz-Niederlassung in Hamburg. Bildquelle: lk

Der deutsche Erstversicherungsmarkt zeigt ein hohes Maß an Marktkonzentration. Auf die zehn größten Anbietergruppen entfallen im Gesamtmarkt 68,10 Prozent des gesamten Prämienvolumens. Dies geht aus der aktuellen Marktanteilsanalyse für das Geschäftsjahr 2025 hervor, die vom Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste (Kivi) veröffentlicht wurde. Unangefochtener Branchenprimus bleibt die Allianz-Gruppe, die über alle Sparten hinweg auf einen Marktanteil von 18,11 Prozent kommt. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 17,39 Prozent.

Für das Jahr 2025 schätzt das Analyseinstitut das Bruttoprämienvolumen des deutschen Erstversicherungsmarkts auf insgesamt rund 255,9 Milliarden Euro. Das größte Einzelsegment ist die Schaden- und Unfallversicherung mit einem Beitragsvolumen von etwa 106,2 Milliarden Euro, gefolgt von der Lebensversicherung mit 95,2 Milliarden Euro und der Krankenversicherung mit 54,6 Milliarden Euro.

In der methodischen Erhebung untersucht das Kölner Institut insgesamt 68 Anbieter mit 263 Einzelgesellschaften. Darunter befinden sich 151 Schaden- und Unfallversicherer, 76 Lebensversicherer sowie 36 Krankenversicherer. Mit diesem Untersuchungsumfang deckt die Erhebung nach Angaben von Kivi 99,38 Prozent des deutschen Erstversicherungsmarkts ab und liefert damit ein repräsentatives Bild der Branchenverhältnisse.

Tabelle: Kivi GmbH

Um Verzerrungen durch hohe Auslandsanteile einzelner großer Anbieter zu reduzieren, berücksichtigt das Institut bei international geprägten Schaden- und Unfallversicherern ausschließlich das Deutschlandgeschäft.

Besonders ausgeprägt zeigt sich die Marktkonzentration in der privaten Krankenversicherung. Dort entfallen 78,39 Prozent des Prämienvolumens auf die zehn führenden Anbieter. Bereits die fünf größten Gesellschaften vereinen zusammen 52,55 Prozent des Marktes auf sich. Der Markt wird von der Debeka mit einem Anteil von 17,70 Prozent angeführt, gefolgt von Ergo/Munich Re mit 11,92 Prozent und der Allianz-Gruppe mit 8,53 Prozent.

Auch in der Lebensversicherung konzentriert sich das Geschäft stark auf die Branchengrößen. Der Marktanteil der Top-Ten-Anbieter liegt hier bei 73,24 Prozent. An der Spitze steht die Allianz-Gruppe mit einem Marktanteil von 27,71 Prozent. 2024 lag der Wert bei 26,57 Prozent. Dahinter rangieren die Generali mit 8,60 Prozent und die R+V mit 8,52 Prozent. Zusammen kommen diese drei führenden Anbieter auf einen Marktanteil von 44,82 Prozent. Während der Langzeitvergleich im Zeitraum von 2018 bis 2025 insgesamt stabile Kräfteverhältnisse aufzeigt, existiert innerhalb der einzelnen Rangfolgen Dynamik.

Im Segment der Schaden- und Unfallversicherung beläuft sich der Marktanteil der zehn größten Akteure auf 68,17 Prozent. Die Allianz-Gruppe behauptet mit 14,44 Prozent (2024: 13,67 Prozent) den ersten Rang, gefolgt von der Gruppe der öffentlich-rechtlichen Versicherer mit 13,90 Prozent, die im Vorjahr auf 10,06 Prozent kamen. Die weiteren Plätze belegen die Huk-Coburg mit 7,60 Prozent und die R+V mit 7,52 Prozent.

Der Markt selbst war nach Angaben der Autoren 2025 kräftig in Bewegung. M&A-Aktivitäten, intern geglättete Konzernstrukturen und Verschmelzungen prägten das Jahr, darunter:

  • SDK & Stuttgarter: Eine der bedeutendsten Zusammenschlüsse des Jahres bildet der Zusammenschluss der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) mit der Stuttgarter Gruppe. Die neu formierte Einheit kommt spartenübergreifend auf 1,94 Mrd. € Prämie und rangiert auf Platz 23 der Anbieter.
  • Ergo strafft Lebensgeschäft: Die Ergo Lebensversicherung AG verschmolz mit der Traditionstochter Victoria Lebensversicherung AG.
  • R+V integriert Direktversicherer: Die R+V Allgemeine Versicherung AG nahm die R+V Direktversicherung AG durch Fusion auf.
  • Umbenennungen bei Talanx: Die Marke Targo Versicherung verabschiedete sich im Zuge von Konzernanpassungen: Die Targo Lebensversicherung AG wurde in HDI Vorsorge Lebensversicherung AG umbenannt, die Targo Versicherung AG heißt nun NEH Neue Hildener Versicherung AG.
  • Fusion: Die Andsafe AG übernahm den gesamten Versicherungsbestand der Getsafe Insurance AG. Im Norden verschmolz die Ostangler Brandgilde VVaG mit der Landesschadenhilfe VaG.

Die Kivi GmbH wurde 2000 von Prof. Dr. Dieter Farny, Prof. Dr. Heinrich R. Schradin und Dipl.-Kfm. Karl Heimes gegründet und führt die Analyseaktivitäten des Instituts für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln fort.

Autor: VW-Redaktion