R+V greift bei Wohngebäudeschäden zu VR-Technik

R+V Zentrale. (Quelle: R+V)

Von der Schadensaufnahme bis zur finalen Reparatur: Nach einem Wasserrohrbruch oder Brand beginnt für Versicherer wie Kunden eine aufwendige Phase. Der Wiesbadener Versicherer R+V will diesen Prozess künftig effizienter gestalten. Zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte die Konzerntochter Startraiff eine Lösung, die viele manuelle Schritte überflüssig machen könnte.

Mithilfe von Virtual Reality sollen Räume nach dem Schadenfall digital vermessen und schneller reguliert werden. Das hier eingesetzte AssureXR-System basiert auf der Erstellung eines „digitalen Zwillings“. Techniker erfassen die beschädigten Räume per Smartphone mit 3D-Scans, 360-Grad-Aufnahmen und Detailfotos. Ergänzt durch Messdaten und Grundrisse entsteht ein virtuelles Abbild, das mittels VR begehbar ist.

„Auf den digitalen Zwilling können auch Handwerker, Bauleitung und andere an der Schadenbearbeitung beteiligte Parteien zugreifen und erhalten dort Einblicke, die sie sonst nur bei einem Vor-Ort-Termin bekommen würden“, sagt Markus Bockholt. „Im Modell kann man Wände nachmessen oder Feuchtigkeitswerte abfragen“, ergänzt seine Kollegin Eva Meißner. „Der digitale Zwilling schafft Transparenz, erleichtert die Kommunikation und sorgt dafür, dass weniger Verzögerungen entstehen.“ Konzernentwickler Bockholt und Venture Developer Meißner gehören zum Innovationsteam Startraiff innerhalb der R+V-Gruppe.

Die Branche steht vor dem Druck, alltägliche Prozesse effizienter und fehlerärmer zu gestalten. Der klassische Wasserschaden gilt dabei als Paradebeispiel für hohen Koordinationsaufwand. „Die Schadensregulierung ist aufwendig – allein wegen der vielen beteiligten Parteien“, sagt Bockholt.

Startraiff arbeitet unter ähnlichen Bedingungen wie ein Start-up, um schnell auf technologische Entwicklungen zu reagieren. 2023 sprang die R+V auf den Virtual-Reality-Zug auf und sah Potenzial, dass Technologien wie das Metaverse Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette haben könnten. In der Folge entstand das „New Reality Lab“. Rund 1.000 Mitarbeiter testen dort Extended-Reality-Anwendungen und entwickeln konkrete Einsatzszenarien.

Autor: VW-Redaktion